Die Hölle friert zu: Bundesnetzagentur will von Frequenz-Auktion weg
Beim Umgang mit den Frequenzen für Mobilfunk-Dienste deutet sich ein gravierender Umschwung an. Die Bundesnetzagentur will von der bisherigen Vergabe über Auktionen, die dem Staat Einnahmen in Milliarden-Höhe bescherten, wegkommen.
Das Auktionsmodell steht allerdings bereits länger in der Kritik. Denn es entzieht den Unternehmen hohe Kapitalbeträge, die dann nicht für den Ausbau der Infrastruktur genutzt werden können. Und da die Investition in die Nutzungsrechte in die Kalkulationen des Netzbetriebs mit einfließen, sorgen sie auch dafür, dass die Wirtschaftlichkeit weniger genutzter Funkzellen im ländlichen Raum geringer ausfällt und diese nachrangig ausgebaut werden.
Daher will die Bundesnetzagentur nach eigenen Angaben nun ein neues Konzept zur Diskussion stellen. Dieses würde so aussehen, dass die bisherigen Lizenznehmer ihre Frequenzen einfach weiterhin nutzen dürfen, ohne dafür viel investieren zu müssen. Für eine Fristverlängerung um fünf Jahre fiele dann nur eine relativ geringe Gebühr an.
Eine Auktion wäre für den Neueinsteiger 1&1 die Chance, an zusätzliche Frequenzen zu kommen. Allerdings würde dies bedeuten, dass dann ein anderer Netzbetreiber leer ausgeht - immerhin reichen die frei werdenden Pakete jeweils nur für drei Anbieter und die Gebote würden so wohl bis an die wirtschaftliche Schmerzgrenze gehen. Helfen würde das den Nutzern mit schwacher Netzversorgung wenig. So bliebe alles wie es ist und 1&1 dürfte die Genehmigung erhalten, den eigenen Nachteil auszugleichen, indem es das Roaming im Vodafone-Netz fortsetzen darf.
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Verzicht auf viel Geld
Ende 2025 laufen verschiedene Nutzungslizenzen aus. Dabei geht es um Frequenzspektren in den Bereichen 800 MHz, 1.800 MHz und 2.600 MHz. Der normale Weg wäre bisher gewesen, dass die Bundesnetzagentur eine neue Vergabe-Auktion in Angriff nimmt und die Nutzungslizenzen ab dem 1. Januar 2026 meistbietend an die Netzbetreiber versteigert.Das Auktionsmodell steht allerdings bereits länger in der Kritik. Denn es entzieht den Unternehmen hohe Kapitalbeträge, die dann nicht für den Ausbau der Infrastruktur genutzt werden können. Und da die Investition in die Nutzungsrechte in die Kalkulationen des Netzbetriebs mit einfließen, sorgen sie auch dafür, dass die Wirtschaftlichkeit weniger genutzter Funkzellen im ländlichen Raum geringer ausfällt und diese nachrangig ausgebaut werden.
Daher will die Bundesnetzagentur nach eigenen Angaben nun ein neues Konzept zur Diskussion stellen. Dieses würde so aussehen, dass die bisherigen Lizenznehmer ihre Frequenzen einfach weiterhin nutzen dürfen, ohne dafür viel investieren zu müssen. Für eine Fristverlängerung um fünf Jahre fiele dann nur eine relativ geringe Gebühr an.
Mehr Netz fürs Dorf
Im Gegenzug soll es Auflagen geben, den Netzausbau vor allem im ländlichen Raum stärker voranzubringen. "Wir wollen die bessere Mobilfunkversorgung im ländlichen Raum ins Zentrum unserer Auflagen stellen. Eine spezifische Versorgungsauflage für dünn besiedelte Regionen soll gleichwertige Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land fördern", sagte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.Eine Auktion wäre für den Neueinsteiger 1&1 die Chance, an zusätzliche Frequenzen zu kommen. Allerdings würde dies bedeuten, dass dann ein anderer Netzbetreiber leer ausgeht - immerhin reichen die frei werdenden Pakete jeweils nur für drei Anbieter und die Gebote würden so wohl bis an die wirtschaftliche Schmerzgrenze gehen. Helfen würde das den Nutzern mit schwacher Netzversorgung wenig. So bliebe alles wie es ist und 1&1 dürfte die Genehmigung erhalten, den eigenen Nachteil auszugleichen, indem es das Roaming im Vodafone-Netz fortsetzen darf.
Zusammenfassung
- Bundesnetzagentur plant Änderung bei Vergabe von Mobilfunk-Frequenzen
- Statt Auktionen könnten Lizenzen verlängert werden gegen geringe Gebühr
- Auktionsmodell wird kritisiert, da es Kapital für Infrastrukturausbau bindet
- Neues Modell soll Netzausbau im ländlichen Raum fördern
- Auflagen für bessere Mobilfunkversorgung in dünn besiedelten Regionen geplant
- Änderung könnte Nachteile für Neueinsteiger wie 1&1 bedeuten
- 1&1 könnte Genehmigung für Roaming im Vodafone-Netz erhalten.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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