Erste deutsche Stadt will mit Kameraauto Jagd auf Falschparker machen

Parkplätze sind in Deutschland vor allem zu bestimmten Tageszeit Mangelware, Städte haben deshalb viel mit Falschparkern zu tun. Hamburg will im Kampf gegen illegal abgestellte Fahrzeuge jetzt auf Kamera-Autos setzen, die Verstöße beim Vorbeifahren registrieren.
    Ob an Bahnhöfen, in Wohngebieten oder der Innenstadt: Wer sich mit dem Auto durch die Stadt bewegt, begegnet früher oder später auch Fahrzeugen, die auf die eine oder andere Weise gegen die Parkregeln verstoßen. Hamburg will ab nächstem Jahr Hightech zum Einsatz bringen, um möglichst viele Falschparker zu überführen.

    Wie NDR berichtet, plant die Hansestadt den Einsatz von entsprechend ausgerüsteten Kamera-Autos. Die städtische Behörde für Verkehr und Mobilitätswende will auf die Technik des französischen Anbieters Egis setzen. Das Unternehmen hatte mit ersten Projekten in Amsterdam und Paris seit Jahren Erfahrungen gesammelt. Mittlerweile ist man in 40 europäischen Städten aktiv.


    Ministerium hat Fragen

    Das System setzt auf ein Fahrzeug, das mit Kameras auf dem Dach seine gesamte Umgebung erfassen kann. Dank automatischer Nummernschild-Erkennung sollen nach Angaben des Herstellers von einem einzigen so ausgerüsteten Auto 10.000 Fahrzeuge pro Tag gescannt werden können.

    Der Einsatz der Kamera-Autos setzt aber ein entsprechendes Gesetz auf Bundes­ebene voraus. Hamburg war mit einem entsprechenden Entwurf bei den Bundesländern auf Zustimmung gestoßen, wie NDR berichtet, wird das Vorhaben vom Bundesverkehrs­ministerium aktuell aber noch kritisch bewertet.

    Im nächsten Schritt liegt es jetzt an der Hamburger Verkehrsbehörde, die vom Ministerium geäußerten Fragen zu Themen wie dem Datenschutz zu beantworten. Hamburg rechnet damit, dass eine entsprechende Bewertung dann wohl erst im kommenden Jahr vorliegt.

    Zusammenfassung
    • Hamburg plant Einsatz von Kamera-Autos zur Überführung von Falschparkern
    • Technik des französischen Anbieters Egis soll zum Einsatz kommen
    • Kameras können bis zu 10.000 Fahrzeuge pro Tag scannen
    • Einsatz der Technik erfordert gesetzliche Regelung auf Bundesebene
    • Hamburgs Vorschlag stieß auf Zustimmung bei Ländern
    • Wird aber vom Bundesverkehrsministerium kritisch bewertet
    • Entscheidung erwartet Hamburg erst im kommenden Jahr

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