Lügt Sony? PlayStation-Chef sorgt sich intern gar nicht über Call of Duty

Seit gestern wird vor einem US-Gericht verhandelt, ob die Microsoft-Übernahme von Activision Blizzard wie geplant weitergehen kann oder ob diese per einstweiliger Verfügung gestoppt wird. Eine zentrale Rolle spielt dabei nicht nur die Handelsbehörde FTC, sondern auch Sony.
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Der japanische Elektronikkonzern Sony stellt sich mit all seiner Macht gegen die geplante Übernahme und versucht gemeinsam mit der Federal Trade Commission (FTC), den Deal zu verhindern. Eines der Hauptargumente des PlayStation-Herstellers ist, dass man Zusagen von Microsoft, wonach Call of Duty auch künftig für die Sony-Konsole verfügbar sein wird, nicht glaubt.

Das behauptete Sony zumindest öffentlich, und zwar mehrfach und mit Nachdruck. Doch offenbar ist das zumindest ein Verbiegen der Wahrheit, wenn nicht sogar eine glatte Lüge. Denn intern scheint man der Überzeugung zu sein, dass Microsoft Wort halten wird. Das beweist eine E-Mail von PlayStation-Chef Jim Ryan an einen anderen Sony-Manager, die Microsoft als Beweis vorgelegt hat (via IGN).


"Geht nicht um Xbox-Exklusivität"

Denn bereits zwei Tage nach der Ankündigung der Übernahmepläne Anfang 2022 schrieb Ryan, dass es bei der Übernahme nicht darum geht, Xbox-Exklusivität zu erhalten: "Sie denken in größeren Dimensionen und haben das Geld, um solche Schritte zu unternehmen."

Der CEO und President von Sony Interactive Entertainment weiter: "Ich habe in den letzten Tagen eine Menge Zeit mit Phil (Xbox-Chef Phil Spencer) und Bobby (Activision Blizzard-CEO Bobby Kotick) verbracht", schreibt Ryan in der E-Mail. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir CoD noch viele Jahre lang auf der PS sehen werden."

Damals sah er auch nicht ansatzweise einen Grund zur Sorge und meinte, dass Sony bestens aufgestellt sei: "Wir haben ein paar gute Sachen in Vorbereitung. Haltet die Augen offen. Ich bin nicht selbstgefällig und mir wäre es lieber, wenn das nicht passiert wäre, aber wir werden schon klarkommen, mehr als klarkommen."

Das steht im fundamentalen Gegensatz zu späteren öffentlichen Aussagen des Sony-Managements und stützt durchaus jene der anderen Seite. So hat Lulu Cheng Meservey, die Kommunikationschefin von Activision Blizzard, im März dieses Jahres auf Twitter geschrieben, dass es Sony nicht um Call of Duty gehe, sondern dass Ryan die Übernahme unter allen Umständen blockieren wolle - aus geschäftlichem Eigeninteresse.

Zusammenfassung
  • US-Gericht verhandelt, ob Übernahme von Activision weitergehen kann.
  • Sony stellt sich mit aller Macht gegen den Deal.
  • Sony behauptet, Call of Duty wird nicht für Sony verfügbar sein.
  • Jim Ryan schreibt, dass CoD viele Jahre verfügbar sein wird.
  • Activision Blizzard schrieb, Sony wolle aus Eigeninteresse blocken.
  • Sony-Öffentlichkeit und Interna stehen im Gegensatz zueinander.

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