The Pirate Bay: Auch 20 Jahre nach der "Schließung" noch aktiv
Inzwischen ist es 20 Jahre her, dass eine spektakuläre Polizeirazzia das Ende von The Pirate Bay besiegeln sollte. Stattdessen entwickelte sich die Plattform zu einem der langlebigsten Symbole der Internet-Piraterie und ist bis heute online.
Kurz vor dem Zugriff bemerkten die Mitgründer Gottfrid Svartholm und Fredrik Neij ungewöhnliche Aktivitäten. Sie hatten nach eigenen Angaben bereits zuvor das Gefühl, beobachtet zu werden. Als sich die Hinweise auf eine bevorstehende Durchsuchung verdichteten, entschied sich Neij spontan, ein vollständiges Backup von The Pirate Bay anzulegen. Diese Entscheidung erwies sich später als entscheidend: Bereits drei Tage nach der Beschlagnahmung war die Plattform wieder erreichbar.
Die Betreiber reagierten auf die Razzia mit ihrem typischen provokanten Humor. Vorübergehend benannten sie die Seite in "The Police Bay" um und ersetzten das bekannte Logo durch Darstellungen, die die Behörden und die Filmindustrie verspotteten. Wenig später erschien ein Phönix als Symbol für die Wiederauferstehung der Plattform.
Statt die Website zu stoppen, verschaffte die Razzia ihr enorme Aufmerksamkeit. Medien weltweit berichteten über den Fall, die Besucherzahlen stiegen deutlich an. In Schweden entwickelte sich The Pirate Bay für viele Unterstützer zu einem Symbol des Widerstands gegen die Interessen großer Medienkonzerne.
Für die Gründer hatte die Sache jedoch schwerwiegende Folgen. Die Ermittlungen führten zu einem vielbeachteten Gerichtsverfahren und später zu Haftstrafen für mehrere Beteiligte. Danach zog sich ein Großteil des ursprünglichen Teams zurück, während die Plattform von anonymen Betreibern weitergeführt wurde. Auch eine weitere Razzia im Jahr 2014 konnte The Pirate Bay nicht dauerhaft stoppen. Die Plattform ist immer noch da, wenn auch längst nicht mehr mit der einstigen Bedeutung.
Siehe auch:
Backup entging der Polizei
Damals stürmten 65 schwedische Polizeibeamte ein Rechenzentrum in Stockholm und beschlagnahmten die Server der damals noch jungen Torrent-Plattform. An dieses Ereignis, das die Filesharing-Szene in Aufregung versetzte, erinnern die Kollegen des Magazins TorrentFreak. Die Aktion erfolgte im Rahmen strafrechtlicher Ermittlungen wegen mutmaßlicher Urheberrechtsverletzungen. Weniger bekannt ist jedoch, dass die Betreiber durch eine kurzfristige Sicherungskopie der Daten die Grundlage für das Überleben der Seite schufen.Kurz vor dem Zugriff bemerkten die Mitgründer Gottfrid Svartholm und Fredrik Neij ungewöhnliche Aktivitäten. Sie hatten nach eigenen Angaben bereits zuvor das Gefühl, beobachtet zu werden. Als sich die Hinweise auf eine bevorstehende Durchsuchung verdichteten, entschied sich Neij spontan, ein vollständiges Backup von The Pirate Bay anzulegen. Diese Entscheidung erwies sich später als entscheidend: Bereits drei Tage nach der Beschlagnahmung war die Plattform wieder erreichbar.
Die Betreiber reagierten auf die Razzia mit ihrem typischen provokanten Humor. Vorübergehend benannten sie die Seite in "The Police Bay" um und ersetzten das bekannte Logo durch Darstellungen, die die Behörden und die Filmindustrie verspotteten. Wenig später erschien ein Phönix als Symbol für die Wiederauferstehung der Plattform.
Statt die Website zu stoppen, verschaffte die Razzia ihr enorme Aufmerksamkeit. Medien weltweit berichteten über den Fall, die Besucherzahlen stiegen deutlich an. In Schweden entwickelte sich The Pirate Bay für viele Unterstützer zu einem Symbol des Widerstands gegen die Interessen großer Medienkonzerne.
Bedeutung stark gesunken
Dokumente, die Jahre später durch Anfragen nach dem amerikanischen Informationsfreiheitsgesetz veröffentlicht wurden, deuteten zudem auf erheblichen politischen Druck aus den USA hin. Demnach hatten Vertreter der Filmindustrie und US-amerikanische Diplomaten wiederholt Gespräche mit schwedischen Behörden geführt und Maßnahmen gegen die Plattform gefordert.Für die Gründer hatte die Sache jedoch schwerwiegende Folgen. Die Ermittlungen führten zu einem vielbeachteten Gerichtsverfahren und später zu Haftstrafen für mehrere Beteiligte. Danach zog sich ein Großteil des ursprünglichen Teams zurück, während die Plattform von anonymen Betreibern weitergeführt wurde. Auch eine weitere Razzia im Jahr 2014 konnte The Pirate Bay nicht dauerhaft stoppen. Die Plattform ist immer noch da, wenn auch längst nicht mehr mit der einstigen Bedeutung.
Zusammenfassung
- Vor 20 Jahren beschlagnahmten 65 schwedische Polizisten die Server von The Pirate Bay in einem Rechenzentrum
- Die Mitgründer erstellten kurz vor der Razzia ein vollständiges Backup, das drei Tage später die Wiederaufschaltung ermöglichte
- Vorübergehend benannte die Community die Seite in The Police Bay um und nutzte den Phönix als Symbol der Wiederauferstehung
- Die Razzia steigerte die mediale Aufmerksamkeit erheblich und lockte zahlreiche neue Besucher auf die Plattform
- Gerichtsverfahren führten zu Haftstrafen für mehrere Gründer, doch die anonyme Weiterführung sicherte das Überleben der Plattform
- Foia-Anfragen belegten, dass die US-Filmindustrie und Diplomaten wiederholt auf Schweden Druck ausgeübt hatten
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