Peinlich: Sony-Dokumente nur mit Stift geschwärzt, viele Infos geleakt

Im Fall FTC gegen Microsoft, also zur Übernahme von Activision Blizzard, tritt Sony als eine Art Kronzeuge auf und dem Gericht werden zahlreiche Dokumente vorgelegt. Diese werden in der Regel stark bearbeitet, damit Interna nicht an die Öffentlichkeit kommen. Doch das ging schief.
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Diese Woche hat Sony-Chef Jim Ryan zur Übernahme von Activision Blizzard ausgesagt und dabei wurden auch interne Dokumente des PlayStation-Herstellers an das Gericht übermittelt. Diese waren geschwärzt, denn Passagen und Informationen, die keine Relevanz für diesen Fall haben, können und sollten auch unkenntlich gemacht werden.

Scans enthüllen geschwärzte Informationen

Doch im vorliegenden Fall wurde das mit einem Edding gemacht und nicht digital bzw. per Bildbearbeitungssoftware am Ausgangsmaterial. Das Problem dabei: Scannt man solche manuell geschwärzten Dokumente neu ein, kann man vielfach die Passagen erkennen, die man eigentlich verbergen wollte.

Wie The Verge berichtet, hat das Gericht diese Dokumente schnellstens wieder entfernt, nachdem der Fehler entdeckt wurde, doch da war es schon zu spät. Denn Journalisten hatten bereits Kopien gemacht und nutzten diese, um zahlreiche Interna von Sony zu enthüllen.

So wird verraten, dass Horizon Forbidden West etwa 212 Millionen Dollar kostete und über fünf Jahre mit 300 Mitarbeitern entwickelt wurde. The Last of Us Part 2 kommt auf 220 Millionen Dollar mit etwa 200 Mitarbeitern.


Call of Duty ist enorm wichtig für Sony

Die vielleicht wichtigste Information betrifft aber Call of Duty. Denn hier zeigt sich, wie wichtig der Shooter für Sony ist. Laut den Dokumenten gibt es rund eine Million Gamer, die nichts anderes machen, als diesen Activision-Titel zu spielen. Grundsätzlich soll das Dokument als Beleg dienen, um zu beweisen, welchen Schaden Sony hätte, würde Microsoft Call of Duty Xbox-exklusiv machen.

Laut dem Dokument hat Call of Duty im Jahr 2021 alleine in den USA 800 Millionen Dollar für die PlayStation eingebracht, laut The Verge dürfte diese Zahl weltweit 1,5 Milliarden Dollar betragen. Rechnet man hier Zubehör, Abonnements und "alles andere" ein, so The Verge, dann steigt der Betrag auf gigantische 15,9 (möglicherweise auch 13,9, das ist - rein optisch - nicht sicher erkennbar) Milliarden Dollar pro Jahr an. Wie viel genau ein Publisher wie Activision davon bekommt ist nicht klar, es könnte sich aber im Bereich von zehn Prozent bewegen.

Übrigens ist ebenso nicht klar, wer für diese stümperhaften Schwärzungen verantwortlich ist. Zunächst sah es aus, als hätte Sony den Stift zur Hand genommen, das dürfte aber nicht der Fall sein - es ist eher wahrscheinlich, dass das Gericht selbst für die Unkenntlichmachung zuständig war. Klar ist das derzeit aber nicht.

Zusammenfassung
  • FTC vs. Microsoft: Sony Zeuge, Dokumente manuell geschwärzt.
  • Fehler entdeckt, Dokumente wieder entfernt, aber schon zu spät
  • Interne Informationen sind an die Öffentlichkeit geraten.
  • Call of Duty für Sony wichtig: Jährlich bis 15,9 Mrd. Einnahmen.
  • Verantwortlichkeit für Schwärzungen unklar, wahrscheinlich Gericht.

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