TSMC-Gründer: Die Globalisierung im Chipsektor ist tot

Der Gründer des Chipherstellers TSMC hat die Bemühungen der US-Re­gie­rung, den Vormarsch Chinas in der Halbleiterindustrie zu bremsen, ausdrücklich verteidigt. Auch wenn ihn dabei einige Punkte durchaus mit Sorge erfüllen.
Logo, Chip, Tsmc, Taiwan Semiconductor Manufacturing Company
Aus seiner Sicht müssen sich die westlichen Industriestaaten darauf einstellen, dass Chips in der nächsten Zeit nicht mehr in riesigen Mengen und gleichzeitig zu niedrigsten Preisen verfügbar sein werden. Denn das ist die Folge der Embargo-Politik gegen China. Diese werde laut Morris Chang zu einer "Zweiteilung" der globalen Lieferketten führen - einerseits gibt es den Handel mit chinesischer Beteiligung, andererseits die High-End-Produkte von TSMC und Co.

"Es steht für mich außer Frage, dass die Globalisierung im Chipsektor tot ist. Der freie Handel ist nicht ganz so tot, aber er ist in Gefahr", sagte er laut eines Berichts der Nachrichtenagentur Reuters. "Wenn die Kosten steigen, wird die Verbreitung von Chips entweder aufhören oder sich erheblich verlangsamen", sagte Chang, der mit 91 Jahren immer noch eine einflussreiche Stimme in Taiwans IT-Branche ist. "Wir werden uns in einem anderen Spiel befinden."


Technologie-Bollwerk

TSMC wird in Taiwan als wichtiges Bollwerk gegen den großen Nachbarn angesehen. Denn auch die chinesische Wirtschaft ist in vielen Bereichen von Chip-Importen von der Insel abhängig. Sollte China das Land militärisch angreifen, um es sich einzuverleiben, würden die Lieferungen schnell ausbleiben.

Entsprechend kritisch sieht der TSMC-Gründer daher auch die Bestrebungen der USA und Europas, eine deutlich stärkere nationale Chipindustrie aufzubauen. Denn die Partner in den westlichen Industriestaaten könnten so die Motivation verlieren, sich besonders stark für den Schutz Taiwans einzusetzen. "Amerika kann sich natürlich nicht allein auf Chips aus Taiwan verlassen", sagte Chang. "Das ist natürlich ein Dilemma für Taiwan."

TSMC selbst fährt im Zuge dessen auch einen zweischneidigen Kurs. Um bei vielen Aufträgen im Spiel zu bleiben, will man Chipwerke in den USA und Europa aufbauen. Die fortgeschrittensten Prozesstechniken bleiben aber den Fabriken in Taiwan vorbehalten und bilden hier den Schutz vor China - welches trotz seiner intensiven Bemühungen dem taiwanischen Stand um "mindestens fünf oder sechs Jahre" hinterherhinkt, so Chang.

Zusammenfassung
  • TSMC-Gründer verteidigt US-Embargo-Politik gegen China.
  • Globalisierung im Chipsektor "tot", Handel "in Gefahr".
  • TSMC als wichtiges Bollwerk gegen China.
  • USA und Europa bauen nationale Chipindustrie auf.
  • TSMC baut Chipwerke in USA/EU, Fortschrittstechniken bleiben in Taiwan.
  • China hinkt Taiwan mind. 5-6 Jahre hinterher.
  • Folge: Kosten für Chips steigen, Verbreitung verlangsamt sich.

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