Deutsche Post stellt zum Jahreswechsel das Telegramm endgültig ein

Bei der Deutschen Post endet eine Ära: Im neuen Jahr wird es nicht mehr möglich sein, Telegramme zu verschicken. Wer diese besondere Form der Nachrichten-Übermittlung also noch einmal nutzen möchte, sollte sich beeilen. Das Telegramm war lange Zeit die schnellste Möglichkeit, eine Mitteilung an beliebige Empfänger zu schicken - insbesondere in den Zeiten, als noch nicht jeder Haushalt über ein Telefon verfügte oder gar jedermann ein solches in der Hosentasche mit sich herumtrug. Die Alternativen sind inzwischen aber so vielfältig und auch deutlich billiger, sodass die Nachfrage aktuell gegen null gehen dürfte.

Zumindest die älteren Leser (Sorry, d.R.) werden sich erinnern: Beim Versand eines Telegramms begab man sich zum Postamt und notierte dort eine kurze Nachricht in ein entsprechendes Formular. Nach der Zahlung der Gebühren machte sich der Postbeamte unverzüglich an die Übermittlung an das Postamt, das der Empfängeradresse am nächsten lag - das geschah anfangs per Fernschreiber, später dann telefonisch. Die dort nun niedergeschriebene Nachricht wurde dann schnellstmöglich vom Postboten zum Adressaten gebracht. So konnten Nachrichten oft binnen maximal zwei Stunden zugestellt werden.


Rasanter Abwärtstrend

Ende der 1970er-Jahre arbeitete die Post noch 13 Millionen Telegramme im Jahr ab. Proportional zur Bevölkerung dürften noch einmal ordentliche Mengen in der DDR hinzugekommen sein, wo Telefonanschlüsse noch bis zur Wendezeit Mangelware blieben. Bereits im Jahr 2000 wurden im gesamten Bundesgebiet dann nur noch 70.000 Telegramme verschickt. Zuletzt erhob die Post nicht einmal mehr Daten, weil es nur noch gelegentlich vorkam, dass überhaupt irgendwer den Service nutzte.

Das dürfte auch daran liegen, dass die Übermittlung der Nachricht selbst teuer ist. Wer zurückblickend den Preis einer SMS vor 15 Jahren noch als extrem überteuert empfand, der dürfte beim Telegramm schockiert sein. Das Standardformat mit bis zu 160 Zeichen kostete zuletzt 12,90 Euro. Wer 18,35 Euro bezahlte, konnte immerhin 480 Zeichen schicken. Da wundert die geringe Nachfrage kaum - und daher ist nun auch zu Silvester Schluss, wie ursprünglich Paketda berichtete.

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