HP, Asus & Acer verbauen jetzt chinesischen RAM in ihren Notebooks

Nach einer monatelangen Testphase haben mehrere große PC-Hersteller begonnen, Speicher aus chinesischer Fertigung in ihren Notebooks zu verwenden. Nach Lenovo setzen jetzt laut einem Medienbericht auch HP, Asus und Acer Arbeitsspeicher von CXMT in ihren PCs ein.
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PC-Hersteller suchen Ausweg aus der Krise

Weil die Speicherpreise bei den Marktführern Samsung, SK Hynix und Micron in den letzten Monaten dramatisch gestiegen sind, geraten die PC-Hersteller zunehmend unter Druck. Sie müssen einerseits die Kosten im Griff behalten, andererseits aber auch eine ausreichende Menge an Arbeitsspeicher in ihren Geräten bieten, schließlich hat Windows gewisse Ansprüche.

Laut einem Bericht des japanischen Wirtschaftsdiensts Nikkei Asia haben mit HP, ASUS und Acer drei weitere PC-Hersteller deshalb begonnen, bestimmte Geräte mit Speicher aus chinesischer Fertigung auszustatten. Konkret soll es sich um Arbeitsspeicher aus der Produktion von ChangXin Memory Technologies (CXMT) handeln, der jetzt in ausgesuchten Laptops der drei Marken zum Einsatz kommt.

China-Speicher in kleinen Mengen in der Serienfertigung

Noch verbauen die drei bekannten Markenanbieter, die aus den USA und Taiwan stammen, die chinesischen RAM-Module nur in kleinen Stückzahlen in der Serienfertigung, heißt es. Außerdem sollen die DRAM-Chips nur in Modellen eingesetzt werden, die nicht für den US-amerikanischen Markt bestimmt sind. Damit will man eine Verletzung der von den USA verhängten Sanktionen gegen die Einfuhr von chinesischen Technologieprodukten vermeiden.


Auch eine Reihe weiterer großer PC-Anbieter soll bereits die Prüfung und "Qualifikation" von DRAM-Chips von CXMT abgeschlossen haben. Neben den Wirtschaftssanktionen gegen den angeblich mit dem chinesischen Militär verbandelten Hersteller CXMT gibt es auch noch einen anderen Grund, weshalb nur kleine Mengen der Chips genutzt werden.

Keine Einsparungen bei chinesischem Speicher?

Angeblich versuchen die PC-Hersteller zu vermeiden, dass sie ihre noch immer extrem wichtigen etablierten Partner verärgern, schließlich sind sie nach wie vor auf die Belieferung mit Speicherprodukten durch Samsung, SK Hynix und Micron angewiesen. HP und Asus wollten sich zu dem Thema auf Anfrage nicht äußern. Von Acer hieß es, dass man mit einer Reihe internationaler Partner kooperiert, um so die Widerstandsfähigkeit seiner Lieferketten zu steigern.

Inwiefern die PC-Hersteller den Speicher von CXMT tatsächlich günstiger einkaufen können als bei den drei großen Monopolisten der Speicherbranche, ist unterdessen mehr als fraglich. Laut einer von Nikkei Asia zitierten Quelle ist der Arbeitsspeicher des chinesischen Herstellers für die PC-Anbieter keineswegs günstiger zu haben als die Produkte von Samsung & Co.

Stattdessen geht es hier wohl vor allem darum, sich zusätzliche Liefermengen zu sichern, um überhaupt ausreichende Zahlen fertiger Notebooks produzieren zu können. Die weltweite Speicherkrise hat schließlich auch zu einer Verknappung der verfügbaren Chips geführt, weshalb die PC-Hersteller sich aus allen möglichen Quellen bedienen müssen.

Zusammenfassung
  • Steigende Speicherpreise setzen die PC-Hersteller stark unter Druck
  • Hersteller weichen auf RAM-Bausteine aus chinesischer Fertigung aus
  • CXMT-Chips kommen in ausgewählten Laptops von HP, Asus und Acer vor
  • Der US-Markt wird wegen drohender Sanktionen nicht damit beliefert
  • Der Schritt dient primär der Sicherung von knappen Liefermengen

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