Activision-Übernahme: Microsoft kämpft gegen mächtige US-Behörde

Der geplanten Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft werden von der US-Handelsbehörde weitere Steine in den Weg gelegt. Nun reagieren die Redmonder auf die Klage und bekräftigen dabei erneut ihre plattformübergreifenden Pläne im Zuge des 69-Milliarden-Deals. In einem 37-seitigen Dokument verteidigt Microsoft seine Argumente gegen die Anfang Dezember eingereichte Klage der US-amerikanischen Federal Trade Commission (FTC), deren Ziel es ist, die Übernahme von Activision Blizzard zu blockieren. Während die US-Behörde in Microsoft einen übermächtigen Akteur sieht, der bei Abschluss des geplanten Deals "die Mittel und das Motiv" besitzen würde, den Wettbewerb zu schädigen, versuchen die Redmonder selbst ihre Marktmacht herunterzuspielen - vor allem im Bereich Mobile Gaming. Microsoft kauft Activison BlizzardIm Vorjahr war die Konkurrenz deutlich erfolgreicher und exklusiver unterwegs

Neue Bethesda-Argumente und die Call of Duty-Diskussion

Der US-Handelsbehörde ist vor allem Microsofts Ankündigung ein Dorn im Auge, dass drei zukünftige Bethesda-Titel des im Jahr 2020 übernommenen Entwicklerstudios und Publishers ZeniMax exklusiv für Xbox-Konsolen und Windows-PCs erscheinen werden. Entsprechend sieht man das bisher vorrangig plattformübergreifende Portfolio an Activision Blizzard-Spielen in Gefahr, in eine Microsoft-Exklusivität zu laufen.

Microsoft versucht die Argumente der FTC erneut am Beispiel von Call of Duty zu entkräften, das man keinesfalls von anderen Systemen (Sony PlayStation) abziehen, sondern dieses sogar auf zusätzliche Konsolen (Nintendo Switch) erweitern möchte. Ferner führt Microsoft an, dass man derzeit nicht nur deutlich weniger Konsolen als die Konkurrenten Nintendo und Sony verkauft, sondern im Vorjahr zudem auch die wenigsten Exklusivtitel veröffentlicht hat.

Kleiner Fisch im mobilen Segment und Zuversicht in der Führungsetage

Zu guter Letzt stellt man sich mit einem winzigen Umsatzanteil von 0,3 Prozent als kleinen Fisch im Mobile Gaming-Segment dar, der mit einer Übernahme von Activision Blizzard King (ABK) lediglich auf vier Prozent anwachsen würde. Entsprechend überzeugt ist auch die Führung der beiden Unternehmen, die von The Verge zitiert wird.

"Es gibt keinen vernünftigen, legitimen Grund, der den Abschluss unserer Transaktion verhindern könnte", lässt Activision Blizzard-CEO Bobby Kotick verlauten, während Microsoft-Präsident Brad Smith versucht die Wogen zu glätten: "Auch wenn wir in unserem Fall zuversichtlich sind, setzen wir uns weiterhin für kreative Lösungen mit den Regulierungsbehörden ein, die den Wettbewerb, die Verbraucher und die Arbeitnehmer im Technologiesektor schützen." Es bleibt abzuwarten, ob der Deal im nächsten Jahr wirklich zum Abschluss kommt.

Siehe auch:
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