Forensik-Software westlicher Polizeien hat Verbindungen nach Russland
Bei verschiedenen westlichen Polizeibehörden und Nachrichtendiensten kam eine Software zum Einsatz, die offenbar Verbindungen nach Russland aufweist. Der Einsatz wurde an verschiedenen Stellen daraufhin eilig gestoppt.
Auch der Metropolitan Police Service bestätigte, seit 2023 einen Vertrag mit Oxygen Forensics zu haben. Die Software sei in einer kleinen Zahl von Fällen eingesetzt worden, insgesamt weniger als 40-mal im vergangenen Jahr, hieß es. Nun werde die Nutzung vorerst ausgesetzt und vollständig überprüft. Nach Angaben der Londoner Polizei dürfte der Einfluss auf laufende Ermittlungen sehr gering sein. Daten aus den Ermittlungen seien zudem nicht an Oxygen Forensics übermittelt worden.
Die Software Oxygen Forensic Detective dient der digitalen Forensik und kann Daten aus Smartphones, Computern, Cloud-Diensten und Drohnen extrahieren, entschlüsseln und auswerten. Polizeibehörden können damit unter anderem gesperrte Geräte untersuchen und digitale Informationen rekonstruieren.
Oxygen Forensics hat seine Produkte nach eigenen Angaben in mehr als 150 Ländern an Strafverfolgungsbehörden verkauft. Auch Interpol nutzte die Software nach Angaben des Berichts, ist inzwischen aber kein Kunde mehr. Das Unternehmen hatte gegenüber US-Behörden zudem erklärt, es gebe keinen unmittelbaren Eigentümer auf höchster Ebene und keine Beteiligung Russlands an der Softwareentwicklung. Die Staatsanwaltschaft hält diese Angaben allerdings für falsch.
Siehe auch:
Firma verschleierte Eigentümer
So haben unter anderem britische Polizeibehörden den Einsatz der Software des US-Unternehmens Oxygen Forensics teilweise eingestellt. Hintergrund sind Vorwürfe der US-Justiz, wonach die Firma ihre russischen Eigentümer und die Herkunft ihrer Software verschleiert haben soll, um Sanktionen zu umgehen. Auch Spezialisten von Scotland Yard sollen die Werkzeuge genutzt haben, um bei laufenden Ermittlungen auf gesperrte Smartphones und andere Geräte zuzugreifen, berichtete die britische Tageszeitung The Telegraph.Auch der Metropolitan Police Service bestätigte, seit 2023 einen Vertrag mit Oxygen Forensics zu haben. Die Software sei in einer kleinen Zahl von Fällen eingesetzt worden, insgesamt weniger als 40-mal im vergangenen Jahr, hieß es. Nun werde die Nutzung vorerst ausgesetzt und vollständig überprüft. Nach Angaben der Londoner Polizei dürfte der Einfluss auf laufende Ermittlungen sehr gering sein. Daten aus den Ermittlungen seien zudem nicht an Oxygen Forensics übermittelt worden.
Die Software Oxygen Forensic Detective dient der digitalen Forensik und kann Daten aus Smartphones, Computern, Cloud-Diensten und Drohnen extrahieren, entschlüsseln und auswerten. Polizeibehörden können damit unter anderem gesperrte Geräte untersuchen und digitale Informationen rekonstruieren.
Festnahmen in den USA
Die aktuellen Vorwürfe gehen auf ein Verfahren der US-Behörden zurück. Oxygen-Chef Lee Reiber und der russische Staatsbürger Oleg Davydov wurden in der vergangenen Woche festgenommen. Ihnen wird Verschwörung zum Betrug vorgeworfen. Laut US-Staatsanwaltschaft wurde die Software von Davydov entwickelt und von russischen Sicherheitsbehörden wie dem Inlandsgeheimdienst FSB eingesetzt. Die tatsächlichen russischen Eigentümer sollen ihre Beteiligung nach dem russischen Angriff auf die Ukraine verschleiert haben.Oxygen Forensics hat seine Produkte nach eigenen Angaben in mehr als 150 Ländern an Strafverfolgungsbehörden verkauft. Auch Interpol nutzte die Software nach Angaben des Berichts, ist inzwischen aber kein Kunde mehr. Das Unternehmen hatte gegenüber US-Behörden zudem erklärt, es gebe keinen unmittelbaren Eigentümer auf höchster Ebene und keine Beteiligung Russlands an der Softwareentwicklung. Die Staatsanwaltschaft hält diese Angaben allerdings für falsch.
Zusammenfassung
- Britische Polizeibehörden stoppen Software der Firma Oxygen Forensics
- Dem US-Unternehmen wird die Verschleierung russischer Eigentümer vorgeworfen
- Scotland Yard nutzte das Programm zum Entsperren beschlagnahmter Geräte
- Der Chef von Oxygen Forensics und ein Russe wurden in den USA festgenommen
- Die Software wurde laut Vorwürfen auch vom russischen FSB mitverwendet
- Weltweit setzten Strafverfolgungsbehörden in über 150 Ländern das Tool ein
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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