Ukraine setzt erstmals ihre taktische ballistische Rakete FP-7 ein

Präsident Wolodymyr Selenskyj meldet den ersten Kampfeinsatz der eigenentwickelten ballistischen Rakete FP-7. Das System soll Ziele in bis zu 250 Kilometern Entfernung treffen, laut Hersteller ist für eine spürbare Wirkung aber eine Massenproduktion nötig.
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Fire Point

    Erster Kampfeinsatz der FP-7

    Die ukrainischen Streitkräfte haben erstmals die im eigenen Land entwickelte taktische ballistische Rakete FP-7 im Krieg gegen Russland abgefeuert. Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte das gestern über soziale Netzwerke mit und erklärte, dass der Waffeneinsatz erfolgreich verlaufen sei. Als nächsten Schritt plant die Regierung den Beginn der Serienfertigung.

    Das System stammt von dem im Jahr 2022 gegründeten ukrainischen Rüstungsunternehmen Fire Point. Laut Angaben des Herstellers erreicht die Rakete eine Geschwindigkeit von 1500 Metern pro Sekunde und transportiert einen bis zu 200 Kilogramm schweren Sprengkopf über eine Distanz von bis zu 250 Kilometern. Die Waffe ist laut ukrainischen Analysten speziell dafür ausgelegt, feindliche Kommandostände, Waffenlager, Flugabwehrsysteme und Drohnenbasen nahe der Frontlinie zu zerstören.

    Die Basis der Konstruktion bildet die sowjetische Flugabwehrrakete 48N6, die Ingenieure mit modernen Bauteilen modifizierten. Chefkonstrukteur Denys Shtilerman sieht in der Rakete eine günstigere Alternative zu den aus den USA gelieferten ATACMS-Systemen. Zudem unterliegt die Eigenentwicklung keinen westlichen Beschränkungen bei der Zielauswahl. Für Entwicklung und Produktionsaufbau fielen bislang rund 177 Millionen Euro an.


    Wie The Kyiv Independent berichtet, weigern sich offizielle Stellen derzeit, Details zum genauen Abschussort oder dem anvisierten Ziel zu nennen. Shtilerman betont hier allerdings, dass eine Produktion von nur wenigen Einheiten pro Monat den Frontverlauf nicht beeinflussen werde. Eine spürbare Wirkung erfordere die Massenfertigung.

    Europäische Kooperation

    Die Technologie der FP-7 fließt auch in internationale Projekte ein. So entwickelt Fire Point unter der Bezeichnung FP-7.X einen Abfangflugkörper für das europäische Raketenabwehrprogramm Freyja, an dem neun weitere Nationen beteiligt sind. Die Variante erhält einen kombinierten Infrarot- und Radarsuchkopf, um Ziele auch bei schlechtem Wetter erfassen zu können. Zudem plant das deutsche Rüstungsunternehmen Diehl Defense, den Marschflugkörper FP-5 Flamingo künftig in Deutschland zu fertigen.

    Bis Ende 2026 will Fire Point mit der FP-9 eine größere ballistische Rakete fertigstellen, die eine Reichweite von 850 Kilometern aufweisen soll. Sämtliche Leistungsdaten der neuen Waffenkonstruktionen lassen sich bisher allerdings nicht unabhängig überprüfen. Das rasante Wachstum des Herstellers wird laut Bericht zudem von unbestätigten Korruptionsvorwürfen und unklaren Eigentümerverhältnissen begleitet.

    Glaubt ihr, dass solche Eigenentwicklungen den Kriegsverlauf verändern können, oder kommt eine mögliche Massenproduktion zu spät? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit uns.

    Zusammenfassung
    • Die Ukraine setzte die ballistische Rakete FP-7 erstmals im Krieg ein
    • Das System von Fire Point befördert 200 Kilogramm bis zu 250 Kilometer
    • Die Eigenentwicklung basiert auf der sowjetischen Flugabwehrrakete 48N6
    • Im Gegensatz zu westlichen Waffen gibt es keine Auflagen bei den Zielen
    • Ukrainische Technik fließt auch in das europäische Projekt Freyja ein
    • Bis zum Jahresende 2026 soll mit der FP-9 eine größere Rakete folgen

    Siehe auch:
    Witold Pryjda

    Senior Redakteur

    Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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