Türkei: Vorsicht im Urlaub nach kritischen Online-Kommentaren
Mit der beginnenden Urlaubs-Saison sollten Nutzer sich auch mit der politischen Situation an ihrem Reiseziel auseinandersetzen. Das betrifft insbesondere auch die Reisen in die Türkei, wo derzeit 119 deutsche Staatsbürger festgehalten werden.
Wer sich in der Vergangenheit beispielsweise auf Facebook kritisch über den Umgang der autokratischen Erdogan-Regierung mit türkischen Oppositionellen, Journalisten oder Kurden geäußert hat, kann Probleme bekommen. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Berliner Tagesspiegels hervor. Der Geheimdienst der Türkei sammelt demnach beispielsweise Informationen auf Facebook. Wer sich hier missliebig äußert, kann bei einem Urlaub in dem Land Probleme bekommen.
Aktuell sitzen 55 Bundesbürger in türkischen Gefängnissen, weiteren 49 Deutschen ist es untersagt, das Land zu verlassen. Diese Personen werden nicht alle wegen politischer Äußerungen festgehalten, doch zeigen verschiedene Fälle in der Vergangenheit, dass kritische Aussagen immer wieder zu Schwierigkeiten führen können. Selbst Verhaltensweisen, die hierzulande völlig harmlos erscheinen, werden teils genutzt, um den Vorwurf der Unterstützung terroristischer Aktivitäten oder auch der Präsidentenbeleidigung zu konstruieren.
Gegenüber der Situation vor einem Jahr ist die Zahl der festsitzenden Deutschen in der Türkei etwas rückläufig, allerdings sehen Experten hier keineswegs eine Trendwende. Angesichts der jüngsten Angriffe des türkischen Militärs auf kurdische Gebiete im Irak und auch in Syrien könnte es auch schnell zu einer Verschärfung der Lage kommen.
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Aktuell sitzen 55 Bundesbürger in türkischen Gefängnissen, weiteren 49 Deutschen ist es untersagt, das Land zu verlassen. Diese Personen werden nicht alle wegen politischer Äußerungen festgehalten, doch zeigen verschiedene Fälle in der Vergangenheit, dass kritische Aussagen immer wieder zu Schwierigkeiten führen können. Selbst Verhaltensweisen, die hierzulande völlig harmlos erscheinen, werden teils genutzt, um den Vorwurf der Unterstützung terroristischer Aktivitäten oder auch der Präsidentenbeleidigung zu konstruieren.
Lage entspannt sich kaum
Ein besonderes Risiko besteht dem Vernehmen nach für Deutsche mit türkischen Wurzeln, die aufgrund familiärer und kultureller Verbindungen beispielsweise deutlich häufiger in Online-Bereichen unterwegs sind, die unter besonderer Beobachtung stehen. Betroffene haben dann oft zusätzlich das Problem, dass die deutschen Behörden aufgrund verschiedener wichtiger Kooperationen mit der Türkei bei der Unterstützung von Staatsbürgern tendenziell vorsichtig agieren und nur selten mit spürbarem Druck auf eine Freilassung drängen.Gegenüber der Situation vor einem Jahr ist die Zahl der festsitzenden Deutschen in der Türkei etwas rückläufig, allerdings sehen Experten hier keineswegs eine Trendwende. Angesichts der jüngsten Angriffe des türkischen Militärs auf kurdische Gebiete im Irak und auch in Syrien könnte es auch schnell zu einer Verschärfung der Lage kommen.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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