Schufa speichert und nutzt uralte Daten von Millionen Bürgern
Die Auskunftei Schufa soll noch immer alte Daten von Millionen Bürgern gespeichert haben. Das Unternehmen sieht in dieser Sammlung nichts unrechtmäßiges. Daten- und Verbraucherschützer sind trotzdem besorgt.
In dieser Datenbank finden sich demnach Informationen über Kredite, Pfändungen und Privatinsolvenzen, die schon seit Jahren erledigt sind. Nach Angaben der Schufa werden die historischen Daten genutzt, um die Zahlungsfähigkeit von Verbrauchern für bestimmte Tage in der Vergangenheit zu berechnen. Über einen folgenden Abgleich mit der Realität kann das Unternehmen so demonstrieren, wie zuverlässig aktuelle Berechnungen des Schufa-Scores sind. Bei der Werbung neuer Kunden für ihre Dienste ist das durchaus praktisch.
Während die Schufa darin keine rechtlichen Probleme sieht, besteht anderswo eine andere Auffassung. "Historische Scores geben einen gewissen Einblick in die finanzielle Situation der betroffenen Personen in der Vergangenheit. Das geht die Vertragspartnerinnen der Schufa schlichtweg überhaupt nichts an", zitieren NDR und SZ die auf Datenschutzrecht spezialisierte Professorin der Uni Bayreuth, Ruth Janal.
Kunden der Schufa dürften sich auch kaum nur mit harmlosen Demonstrationen zufrieden geben. So räumten laut des Berichts eine Bank, ein Zahlungsdienstleister und ein Energieversorger ein, die historischen Schufa-Daten zu nutzen. Diese sind natürlich interessant, um die Zahlungsmoral eines Verbrauchers nicht nur anhand einer aktuellen Momentaufnahme bewerten zu können.
Rechtsexpertin Janal verweise darüber hinaus noch auf ein anderes Problem: Es ist längst auch höchstrichterlich bestätigt, dass Bürger grundsätzlich ein Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung haben. Dieses wird aber unterlaufen, wenn die Kontrolle über die eigenen Daten verlorengeht, weil diese auf ewig in einer geheimen Datenbank vorgehalten werden.
Siehe auch:
Historische Datenbank
Wie Recherchen des Senders NDR und der Süddeutschen Zeitung ergaben, gibt es bei der Schufa zwei große Datenbestände: So unterhält die Firma eine Datenbank mit aktuellen Informationen über Verbraucher. Es gibt aber auch eine "historische" Sammlung, in der Daten enthalten sind, von denen die Verbraucher bisher annahmen, dass sie längst gelöscht wären.In dieser Datenbank finden sich demnach Informationen über Kredite, Pfändungen und Privatinsolvenzen, die schon seit Jahren erledigt sind. Nach Angaben der Schufa werden die historischen Daten genutzt, um die Zahlungsfähigkeit von Verbrauchern für bestimmte Tage in der Vergangenheit zu berechnen. Über einen folgenden Abgleich mit der Realität kann das Unternehmen so demonstrieren, wie zuverlässig aktuelle Berechnungen des Schufa-Scores sind. Bei der Werbung neuer Kunden für ihre Dienste ist das durchaus praktisch.
Während die Schufa darin keine rechtlichen Probleme sieht, besteht anderswo eine andere Auffassung. "Historische Scores geben einen gewissen Einblick in die finanzielle Situation der betroffenen Personen in der Vergangenheit. Das geht die Vertragspartnerinnen der Schufa schlichtweg überhaupt nichts an", zitieren NDR und SZ die auf Datenschutzrecht spezialisierte Professorin der Uni Bayreuth, Ruth Janal.
Kunden der Schufa dürften sich auch kaum nur mit harmlosen Demonstrationen zufrieden geben. So räumten laut des Berichts eine Bank, ein Zahlungsdienstleister und ein Energieversorger ein, die historischen Schufa-Daten zu nutzen. Diese sind natürlich interessant, um die Zahlungsmoral eines Verbrauchers nicht nur anhand einer aktuellen Momentaufnahme bewerten zu können.
Kontrollverlust der Bürger
Gerade dies soll aber laut der Schufa gar nicht stattfinden. Die Nutzung der Daten sei demnach auf eng umgrenzte Testzwecke begrenzt und sie müssten sofort gelöscht werden, wenn diese zum Abschluss gekommen sind. Bekanntlich weckt die Verfügbarkeit von Informationen aber eben Begehrlichkeiten.Rechtsexpertin Janal verweise darüber hinaus noch auf ein anderes Problem: Es ist längst auch höchstrichterlich bestätigt, dass Bürger grundsätzlich ein Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung haben. Dieses wird aber unterlaufen, wenn die Kontrolle über die eigenen Daten verlorengeht, weil diese auf ewig in einer geheimen Datenbank vorgehalten werden.
Zusammenfassung
- Die Schufa besitzt eine geheime Datenbank mit uralten Kundendaten
- In dem Archiv lagern Infos über längst erledigte Privatinsolvenzen
- Das Unternehmen nutzt die Daten zur Überprüfung der eigenen Scores
- Einige Vertragspartner nutzen die historischen Daten laut Bericht
- Kritiker sehen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung bedroht
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