Steam-Spiele auf SSD: Bastler baut eigene Retro-PC-Steckmodule

Ein PC-Spieler hat einen Weg gefunden, das Gefühl klassischer Steckmodule in die moderne Ära zu übertragen. Mit günstigen Speicherlaufwerken und passenden Skripten werden digitale PC-Titel als Cartridges wieder zu greifbaren Objekten im Regal.

Physische Medien für den PC

Während große Konsolenhersteller wie Sony zunehmend auf rein digitale Verkäufe setzen (und damit massive Proteste auslösen) und physische Datenträger langsam verschwinden, wünschen sich viele Nutzer nach wie vor Spiele, die sie anfassen können. Ein Bastler hat für das PC-Gaming eine eigene und auch ziemlich elegante Lösung entwickelt: Er speichert seine Steam-Titel auf einzelnen zweieinhalb Zoll großen SSDs, die wie klassische Konsolenkassetten funktionieren. Jedes Speichermedium fasst ein einziges Spiel und wird zum Starten physisch in ein Lesegerät gesteckt.

Die Hardware-Basis bildet ein handelsübliches SATA-Dock, das mit dem Rechner verbunden ist. Die Laufwerke stecken in Gehäusen aus dem 3D-Drucker und sind mit passenden Grafiken beklebt. Der Bastler namens Jibril-sama nutzt hierfür ein Linux-Betriebssystem. Sobald ein Modul eingesteckt wird, erkennt das System das Laufwerk über eine udev-Regel. Ein Skript ruft daraufhin automatisch die passende Steam-Seite auf oder startet den Titel direkt ohne weitere Eingaben.

Steam Game Cartridges
by u/Jibril-sama in pcmasterrace


Grenzen der SSD-Module

Wie der Bastler in einem Reddit-Post erklärt, nutzt er für das Projekt gebrauchte Laufwerke mit jeweils 128 Gigabyte Kapazität. Der Preis pro Stück lag bei rund sieben Euro. Das Vorgehen schont den primären Speicher des Computers und dient der Optik im Regal.

Dennoch gibt es bei dem Ansatz klare technische Nachteile, die den alltäglichen Gebrauch für viele Spieler einschränken. Das System umgeht keine Kopierschutzmaßnahmen. Anwender benötigen deshalb zur Verifizierung weiterhin zwingend den Steam-Client sowie eine aktive Internetverbindung. Zudem stellen regelmäßige Spiele-Updates eine Hürde dar. Wird ein Titel lange nicht gespielt, lädt die Plattform nach dem Einstecken zunächst große Datenmengen herunter. Für moderne Online-Spiele ist das Format daher eher unpraktisch und besser für Einzelspieler-Titel geeignet.

Alternativen ohne Kopierschutz

Einige Kommentatoren merken an, dass das System besser zu Plattformen wie GOG passen würde. Dort werden PC-Spiele ohne DRM-Einschränkungen verkauft, was einen echten physischen Besitz simuliert. Bei Steam erwerben Nutzer lediglich Lizenzen zur Nutzung der Software, wodurch die Spieldateien an das jeweilige Benutzerkonto gebunden bleiben.

Trotz der technischen Einschränkungen und der schwankenden Preise auf dem Speichermarkt zeigt das Projekt, wie PC-Spieler die Abhängigkeit von rein digitalen Bibliotheken optisch und haptisch auflockern können. Salopp formuliert: Praktisch oder nicht, es sieht verdammt cool aus.

Wie bewertet ihr die Idee, digitale PC-Spiele wieder auf physische Datenträger auszulagern? Teilt eure Gedanken und eigene Erfahrungen zu dem Thema gerne unten in den Kommentaren mit uns!

Zusammenfassung
  • Ein Bastler speichert Steam-Spiele auf einzelnen SSDs als Kassetten
  • Die Festplatten stecken in Gehäusen aus dem 3D-Drucker mit Grafiken
  • Ein Linux-Skript startet das Spiel automatisch nach dem Einstecken
  • Die genutzten, gebrauchten SSDs bieten 128 Gigabyte Speicherplatz
  • Der Steam-Kopierschutz erfordert weiterhin eine Internetverbindung
  • Plattformen ohne Kopierschutz wie GOG eignen sich für diese Idee besser

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