Druck zeigt Erfolg: Bundesregierung hat Kontakt zu Telegram-Betreibern

Der zunehmende Druck auf die Betreiber der Telegram-Plattform seitens der Bundesregierung zeigt nun Erfolge. Erstmals hat es direkten Kontakt mit der Führungsetage des Unternehmens gegeben. Der Messenger-Dienst hat sich in den letzten Jahren zunehmend zu einem Problem entwickelt. Über die Plattform läuft der überwiegende Teil der Kommunikation einer Szene, die sich aus einer recht kruden Mischung von Verschwörungsgläubigen, Esoterikern und Rechtsradikalen zusammensetzt. Diese radikalisierte sich in der letzten Zeit immer weiter und stachelt regelmäßig zu Gewalt gegen missliebige Menschen auf.

Auch bei anderen Online-Plattformen gab es Schwierigkeiten, zumindest eindeutig strafbare Veröffentlichungen zu verfolgen, immerhin war hier aber eine Auseinandersetzung mit den Betreibern möglich. Das Unternehmen hinter Telegram saß allerdings erst in Russland und aktuell in Dubai und es gelang den Behörden lange nicht einmal einen Kontakt herzustellen.

Das ändert sich nun aber scheinbar. "Wir haben Kontakt zur Konzernspitze von Telegram hergestellt", verkündete Bundesinnenministerin Nancy Faeser heute. Es habe ein erstes konstruktives Gespräch stattgefunden, auf dem man nun eine weitergehende Zusammenarbeit aufbauen wolle.

Videokonferenz nach Google-Vermittlung

Laut eines Berichts des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) habe Staatssekretär Markus Richter per Videokonferenz mit den Betreibern der Plattform in Kontakt gestanden. Dass dies möglich wurde, ist offenbar einer Vermittlung durch Google zu verdanken, wie es hieß. Das erste Gespräch wird dabei von den Beteiligten auf Seiten der Bundesregierung als recht positiv gewertet. Die Telegram-Betreiber hätten "größtmögliche Kooperationsbereitschaft" zugesichert und einen hochrangigen Ansprechpartner für die Bundesregierung bestimmt.

Seitens des Bundesinnenministeriums hatte man zuvor auf verschiedenen Ebenen Druck aufgebaut. So kam die Idee auf, die Betreiber mit Anfragen zu fluten, bis diese reagieren. Man forderte die Betreiber der großen Online-Plattformen Apple und Google aber auch auf, die App aus ihren Download-Stores zu entfernen, wenn die Betreiber sich dem Kontakt mit den Behörden weiter komplett entziehen.

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