Stanford: Covid-Software will lieber Büro-Kräfte als Pfleger impfen
Es ist keine besonders gute Idee, in der Hoffnung auf möglichst große Objektivität einen Algorithmus mit der Auswahl zu bevorzugender Personen zu betrauen. In Stanford muss man den Schlüssel für die Vergabe der Covid-Impfungen ganz neu ausarbeiten.
Eigentlich wollte man an der renommierten Universität gerade verhindern, dass irgendeine Personengruppe ungerechtfertigt bevorzugt wird, wenn es um die Verteilung der Impfungen geht. Ein Schlüssel ist auf jeden Fall notwendig, da derzeit noch nicht genug Impf-Dosen für alle zur Verfügung stehen. Eine Software sollte daher entscheiden, wer beim Personal zuerst an die Reihe kommen soll.
Das Ergebnis führte allerdings zu massiven Protesten seitens der Mitarbeiter, die im Uni-Klinikum direkt mit Covid-Patienten arbeiten. Ausgerechnet das Pflegepersonal wurde nämlich kaum bedacht, während aber massenhaft Beschäftigte aus der Verwaltung die Impfung erhalten sollten. Wäre man wirklich nach der scheinbar objektiven Liste vorgegangen, wären gerade einmal sieben der 5000 Impf-Dosen an Leute gegangen, die an vorderster Front mit dem Virus zu tun haben.
Der Algorithmus sollte jene Beschäftigten mit besonders hohem Risikofaktor bevorzugen. Hierfür wurden dann Daten wie das Alter und die Abteilung herangezogen. Das Pflegepersonal ist im Vergleich zu den Verwaltungsangestellten aber in der Regel jünger und hat auch keinen festen Arbeitsplatz in der Klinik. Die Software - in Folge schlechter Entscheidungen der Entwickler - kam daher zu dem Schluss, dass ihnen keine so hohe Priorität gegeben werden müsse.
Das Ergebnis führte allerdings zu massiven Protesten seitens der Mitarbeiter, die im Uni-Klinikum direkt mit Covid-Patienten arbeiten. Ausgerechnet das Pflegepersonal wurde nämlich kaum bedacht, während aber massenhaft Beschäftigte aus der Verwaltung die Impfung erhalten sollten. Wäre man wirklich nach der scheinbar objektiven Liste vorgegangen, wären gerade einmal sieben der 5000 Impf-Dosen an Leute gegangen, die an vorderster Front mit dem Virus zu tun haben.
Neustart der Auswahl
"Unser Ansinnen bestand darin, einen ethischen und fairen Auswahl-Prozess für die Verteilung des Impfstoffs zu finden", erklärte ein Sprecher von Stanford Medicine gegenüber dem US-Magazin The Verge. Das ist aber offenkundig misslungen. Daher soll das ganze Vergabe-Verfahren jetzt noch einmal neu gestartet werden. Das Personal, das direkt an den Patienten arbeitet, werde dann priorisiert.Der Algorithmus sollte jene Beschäftigten mit besonders hohem Risikofaktor bevorzugen. Hierfür wurden dann Daten wie das Alter und die Abteilung herangezogen. Das Pflegepersonal ist im Vergleich zu den Verwaltungsangestellten aber in der Regel jünger und hat auch keinen festen Arbeitsplatz in der Klinik. Die Software - in Folge schlechter Entscheidungen der Entwickler - kam daher zu dem Schluss, dass ihnen keine so hohe Priorität gegeben werden müsse.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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