Online-Handel: Müll erzeugen ist billiger als Retouren neu verwerten

Müll, Abfall, Kontainer Bildquelle: CC0 / Pixabay
Der immer weiter wachsende Online-Handel ist aus der Perspektive eines nachhaltigen Handelns eine ziemlich große Katastrophe. Riesigen Mengen an Rücksendungen landen sogar dann im Müll, wenn eine andere Ver­wer­tung möglich wäre.
Infografik: Was passiert mit den Retouren?Was passiert mit den Retouren?
Bereits vor einiger Zeit kam die Forschungsgruppe Retourenmanagement an der Universität Bamberg bei einer Untersuchung der Situation zu dem Ergebnis, dass im letzten Jahr rund 20 Millionen Artikel von den Händlern weggeworfen wurden, nachdem sie als Retoure von den Kunden zurückkamen. In einer Anschluss-Untersuchung prüfte man nun die Gründe dafür, dass so viele Waren einfach im Müll landen.

Dabei zeigte sich, dass es oft wirklich nicht anders geht. "Eine Entsorgung ist oftmals alternativlos. So ist bei etwas über der Hälfte der entsorgten Artikel eine Wiederaufbereitung nicht möglich, weil sie beispielsweise defekt sind", erklärte Team-Leiter Björn Asdecker. Es bleibt aber auch noch eine stattliche Menge an Rücksendungen, bei denen die Produkte durchaus nicht weggeworfen werden müssten.

Müll ist billiger

In etwa einer Million Fälle werden Waren, die völlig in Ordnung sind, aufgrund von Lizenzbestimmungen weggeworfen. Die Marken- und Patentinhaber schreiben hier vor, dass so verfahren werden muss - wahrscheinlich weil sie befürchten, dass sonst irgendein Kunde eine nicht makellose Ware bekommt und ihr Ruf dadurch leidet. Mit einer vernünftigen Prüfung könnte hier also schon eine massive Ressourcenverschwendung vermieden werden.

Insgesamt sind es aber 7,5 Millionen von den 20 Millionen weggeworfenen Rücksendungen, die noch völlig in Ordnung sind. In vielen anderen Fällen ist es schlichtweg billiger, die Retoure wegzuwerfen, als sie beispielsweise für Bedürftige zu spenden. Denn wenn der Händler das Produkt jemandem kostenlos überlässt, wird trotzdem die Umsatzsteuer fällig. Und diese ist dann meist teurer als die Kosten der Entsorgung im Müll. In anderen Fällen wissen Händler auch nicht, wem sie ein Produkt sinnvollerweise überlassen könnten.

Klar ist laut Asdecker vor allem auch, dass sich eine Veränderung nur über Anreize erreichen lässt. "Ein Verbot können Händler auf einfache Weise umgehen und eine effektive Kontrolle wäre mit unverhältnismäßig großem Aufwand verbunden", sagte er. Stattdessen müssen "vorhandene Entsorgungsanreize und Spendenhemmnisse" abgebaut werden.

Siehe auch: Deutsche Umwelthilfe: Hinter der Glitzer-Handy-Welt steckt viel Müll Müll, Abfall, Kontainer Müll, Abfall, Kontainer CC0 / Pixabay
Diese Nachricht empfehlen
Kommentieren61
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Ab 15:10 Uhr 7-Zoll Raspberry Pi Touch Screen Display, Elecrow 1024X600 HDMI Monitor für Raspberry Pi 4B 3B + Windows7-Zoll Raspberry Pi Touch Screen Display, Elecrow 1024X600 HDMI Monitor für Raspberry Pi 4B 3B + Windows
Original Amazon-Preis
54,99
Im Preisvergleich ab
79,99
Blitzangebot-Preis
46,74
Ersparnis zu Amazon 15% oder 8,25
Im WinFuture Preisvergleich

Video-Empfehlungen

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles

Tipp einsenden