Folgen des Zweiten Weltkriegs könnten jetzt Chip-Industrie lahmlegen
Politische Konflikte sorgen offenbar vermehrt für Probleme in der Technologiebranche: Nach den Strafzöllen der Trump-Regierung auf die Einfuhr auf Elektronikprodukte und diverse andere Güter aus China flammt nun ein Streit zwischen Japan und Südkorea auf. Dadurch könnte die weltweite Versorgung mit Chips und anderen Bauteilen durcheinanderkommen.
Wie der japanische Wirtschaftsdienst Nikkei Asian Review berichtet, gab Japan am Montag die Einführung neuer Export-Beschränkungen für japanische Materialien zur Fertigung von Chip-Produkten aller Art bei der Ausfuhr nach Südkorea bekannt. Japanische Lieferanten müssen nun jede Einfuhr von drei wichtigen Chemikalien separat durch die Regierung prüfen lassen. Dies kann nach Angaben aus Japan bis zu drei Monate dauern, wodurch die Hersteller von Speicher- und anderen Chips nun massiv unter Druck geraten.
Samsung will nun die Situation genauer untersuchen, äußerte sich darüber hinaus aber noch nicht. Aus Quellen bei SK Hynix ist zu hören, dass das Unternehmen nicht über Vorräte für drei Monate verfügt. Die Produktion müsste deshalb unter Umständen gestoppt werden, wenn die Versorgung mit Materialien aus Japan nicht innerhalb dieser Zeit wieder in ausreichendem Umfang erfolgen kann.
Sollten die koreanischen Hersteller nun nicht mehr im gewohnten Umfang produzieren können, würde also die Versorgung mit Arbeits- und Flash-Speicher einbrechen, wodurch auch die Smartphone- und PC-Produktion leiden dürfte. Sollten die Hardware-Produzenten nicht mehr im gewohnten Umfang fertigen können, würde die gesamte Lieferkette unter Druck geraten.
Hintergrund des Ganzen ist ein seit Jahren andauernder Streit zwischen Japan und Südkorea, bei dem die Beziehung der beiden Länder massiv gelitten hat. Es geht unter anderem um Entschädigungen von japanischen Firmen gegenüber südkoreanischen Arbeitern aus Kriegszeiten. Korea stand in der Zeit zwischen 1905 und 1945 unter japanischer Kontrolle. Im Zweiten Weltkrieg wurden rund 450.000 südkoreanische Arbeiter unfreiwillig nach Japan verbracht, um dort kriegswichtige Aufgaben zu übernehmen. Nachdem im März ein südkoreanisches Gericht die japanischen Firmen Mitsubishi Heavy Industries und Nippon Steel & Sumitomo Metal verurteilte und zuletzt sogar Vermögenswerte beschlagnahmte eskalierte der Streit, die Exportbeschränkung ist nun eine direkte Folge davon.
Samsung und SK Hynix als weltgrößte Chiphersteller direkt betroffen
Die Chemikalien werden in der Halbleiterindustrie dringend benötigt und wurden aus Kostengründen bisher nicht in großen Mengen von den Betreibern von Werken in Südkorea vorgehalten. Normalerweise importieren die südkoreanischen Chipproduzenten stets nur Vorräte für rund ein bis zwei Monate im Voraus, wie es auch in diversen anderen Ländern üblich ist. Von den neuen Einfuhrbeschränkungen in Südkorea sind nun vor allem die Hersteller von Speicherchips betroffen, zu denen mit Samsung und SK Hynix zwei der weltgrößen Anbieter gehören.Samsung will nun die Situation genauer untersuchen, äußerte sich darüber hinaus aber noch nicht. Aus Quellen bei SK Hynix ist zu hören, dass das Unternehmen nicht über Vorräte für drei Monate verfügt. Die Produktion müsste deshalb unter Umständen gestoppt werden, wenn die Versorgung mit Materialien aus Japan nicht innerhalb dieser Zeit wieder in ausreichendem Umfang erfolgen kann.
Massive Auswirkungen auf weltweite Produktion von Elektronikgeräten
Was zunächst wie ein Problem zwischen zwei ostasiatischen Ländern klingt, könnte weltweit massive Folgen haben. Die südkoreanischen Hersteller beherrschen aktuell rund 70 Prozent des weltweiten Arbeitsspeicher-Marktes und rund 50 Prozent des Marktes für Flash-Speicher. Samsung ist seit Jahren Marktführer bei Chips, während SK Hynix der drittgrößte Hersteller nach Umsatz ist.Sollten die koreanischen Hersteller nun nicht mehr im gewohnten Umfang produzieren können, würde also die Versorgung mit Arbeits- und Flash-Speicher einbrechen, wodurch auch die Smartphone- und PC-Produktion leiden dürfte. Sollten die Hardware-Produzenten nicht mehr im gewohnten Umfang fertigen können, würde die gesamte Lieferkette unter Druck geraten.
Hintergrund des Ganzen ist ein seit Jahren andauernder Streit zwischen Japan und Südkorea, bei dem die Beziehung der beiden Länder massiv gelitten hat. Es geht unter anderem um Entschädigungen von japanischen Firmen gegenüber südkoreanischen Arbeitern aus Kriegszeiten. Korea stand in der Zeit zwischen 1905 und 1945 unter japanischer Kontrolle. Im Zweiten Weltkrieg wurden rund 450.000 südkoreanische Arbeiter unfreiwillig nach Japan verbracht, um dort kriegswichtige Aufgaben zu übernehmen. Nachdem im März ein südkoreanisches Gericht die japanischen Firmen Mitsubishi Heavy Industries und Nippon Steel & Sumitomo Metal verurteilte und zuletzt sogar Vermögenswerte beschlagnahmte eskalierte der Streit, die Exportbeschränkung ist nun eine direkte Folge davon.
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