Selbst dem Dark Web zu riskant:
Fentanyl-Dealer werden rausgeworfen

Selbst bei jenen, denen gern absolute Skrupellosigkeit unterstellt wird, gibt es gewisse Grenzen. So haben sich inzwischen reihenweise Markt­plätze im so genannten Dark Web dazu entschlossen, Verkaufsangebote für Fentanyl nicht mehr zuzulassen - und sie berufen sich dabei auf die Gefährlichkeit dieser Substanz, so der britische Guardian.
Drogen, Tabletten, Pulver
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Das führt dazu, dass man selbst auf Plattformen, die bei allen möglichen illegalen Drogen zwischen Käufern und Verkäufern vermitteln, kein Fentanyl mehr bekommt. Bei der Substanz handelt es sich um ein synthetisches Schmerzmittel, dessen betäubende Wirkung rund hundert mal höher ist als bei dem Opium-Konzentrat Heroin. Die enorme Wirksamkeit führt aber eben auch dazu, dass es sehr schnell zu einer tödlichen Überdosis kommen kann, wenn das Mittel nicht in einem kontrollierten medizinischen Umfeld von Fachleuten eingesetzt wird.

In der Medizin ist die Substanz seit einigen Jahrzehnten bekannt, auf dem Betäubungsmittel-Schwarzmarkt ist sie hingegen eine noch relativ neue Erscheinung. So wird Fentanyl von britischen Dealern erst seit gut 18 Monaten in nennenswertem Umfang angeboten - in dieser Zeit sind aber bereits 160 Todesfälle auf das Mittel zurückzuführen. Und das liegt mit daran, dass Fentanyl teilweise eingesetzt wird, um das teurere Heroin zu strecken - und somit dann quasi niemand mehr kontrollieren kann, welche Menge sich ein Konsument real zuführt.

Nicht zu sehr auffallen

Dass die Drogen-Marktplätze im Dark Web nun aber Fentanyl aus ihren Angeboten heraushalten, dürfte nur zum Teil auf ein moralisches Gewissen zurückzuführen sein. Vielmehr beruht die wirtschaftliche Kalkulation der Plattformen auf einer Balance zwischen dem Risiko und dem Ertrag. Der Verkauf von Fentanyl steigert das Risiko, in den Fokus der Strafverfolgungsbehörden zu geraten, inzwischen enorm. Vor allem wenn es zu Todesfällen kommt, lassen die Ermittler bei der Aufdeckung der Herkunftswege kaum noch locker.

Fentanyl rutscht damit auf ein vergleichbares Niveau wie bestimmte Schusswaffen und Sprengstoffe. Auch diese werden teils strikt von den einschlägigen Plattformen verbannt, weil hier ebenso schnell eine Situation entstehen kann, dass der Marktplatz-Betreiber ins Visier von Anti-Terror-Abteilungen der Staatsorgane kommt, die mit wesentlich höheren finanziellen und rechtlichen Befugnissen ausgestattet sind, als normale Polizeikräfte.

Siehe auch: Smartphone-Zulieferer der Drogen-Kartelle wurde in Kanada verhaftet
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