Nach Pittsburgh: Rechter Twitter-Klon Gab fliegt überall raus
Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Pittsburgh gehen diverse Unternehmen aus der Tech-Branche auf Distanz zum Social Network Gab. Zwei große Zahlungs-Dienstleister, PayPal und Stripe, haben die Accounts der Betreiber bereits stillgelegt. Und auch der Hoster Joyent wird der Plattform heute die Ressourcen entziehen.
Bei Gab handelt es sich im Wesentlichen um einen Twitter-Klon, auf dem sich vor allem zahlreiche Nutzer versammeln, die der Neuen Rechten in den USA zugeordnet werden können. Das Spektrum reicht hier von konservativen Anhängern bis zu lupenreinen Neonazis. Und auch der mutmaßliche Täter von Pittsburgh war auf der Plattform aktiv und soll den Anschlag dort im Wesentlichen auch angekündigt haben.
Die Gab-Betreiber informierten ihre Nutzer gestern darüber, dass Joyent ihnen eine Frist bis heute Nachmittag deutscher Zeit gegeben habe, um sich einen neuen Hoster zu suchen, berichtet das US-Magazin The Verge. Das ist selbst für ein Netzwerk, das längst nicht die Größe eines normalen Social Media-Dienstes hat, nicht gerade einfach. Entsprechend ist in der Bekanntmachung die Rede davon, dass man so wahrscheinlich über Wochen nicht erreichbar sein werde.
Und auch die Finanzierung des Betriebs der Plattform dürfte schwieriger werden. Denn die wichtigsten Payment-Dienste haben den Betreibern ebenfalls die Unterstützung entzogen. Bisher bezahlte man das Hosting und den sonstigen Betrieb über Spenden der Nutzer - doch die Transfer-Kanäle werden jetzt erst einmal trockengelegt.
Gab versucht sich darauf zu berufen, dass man den Account des Mannes, der nach den derzeitigen Erkenntnissen elf Menschen während eines Gottesdienstes in der Pittsburgher Synagoge erschoss, schnellstmöglich offline nahm und mit den Behörden kooperierte. Zuvor konnte der mutmaßliche Täter aber ungestört diverse antisemitische Verschwörungstheorien auf der Plattform verbreiten und Drohungen gegen jüdische Gläubige aussprechen.
Die Gab-Betreiber informierten ihre Nutzer gestern darüber, dass Joyent ihnen eine Frist bis heute Nachmittag deutscher Zeit gegeben habe, um sich einen neuen Hoster zu suchen, berichtet das US-Magazin The Verge. Das ist selbst für ein Netzwerk, das längst nicht die Größe eines normalen Social Media-Dienstes hat, nicht gerade einfach. Entsprechend ist in der Bekanntmachung die Rede davon, dass man so wahrscheinlich über Wochen nicht erreichbar sein werde.
Immer weniger Spielraum
Das klingt durchaus realistisch, da man wohl auch bei anderen Anbietern Probleme haben dürfte, einfach Server oder Cloud-Ressourcen anzumieten. Bei Microsoft hatten die Betreiber beispielsweise Azure-Kapazitäten angemietet und die Redmonder kündigten den Vertrag vor einem Monat, weil nicht konsequent genug gegen antisemitsche Postings vorgegangen wurde. Google und Apple weigerten sich sogar von Beginn an, Gab-Clients in ihre App-Plattformen zu lassen.Und auch die Finanzierung des Betriebs der Plattform dürfte schwieriger werden. Denn die wichtigsten Payment-Dienste haben den Betreibern ebenfalls die Unterstützung entzogen. Bisher bezahlte man das Hosting und den sonstigen Betrieb über Spenden der Nutzer - doch die Transfer-Kanäle werden jetzt erst einmal trockengelegt.
Gab versucht sich darauf zu berufen, dass man den Account des Mannes, der nach den derzeitigen Erkenntnissen elf Menschen während eines Gottesdienstes in der Pittsburgher Synagoge erschoss, schnellstmöglich offline nahm und mit den Behörden kooperierte. Zuvor konnte der mutmaßliche Täter aber ungestört diverse antisemitische Verschwörungstheorien auf der Plattform verbreiten und Drohungen gegen jüdische Gläubige aussprechen.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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