Erstmals seit langer Zeit ist ein neuer Hersteller von x86-CPUs am Start

Prozessor, Cpu, Chip Bildquelle: Pixabay
Während sich viel Aufmerksamkeit um die Entwicklungen im Mobile-Bereich dreht, kommt plötzlich das Segment für klassische x86-Prozessoren ordentlich in Bewegung: Nicht nur, dass AMD plötzlich wieder ordentlich mitspielt, es kommt erstmals seit vielen Jahren sogar noch ein neuer Anbieter hinzu. Der chinesische Chiphersteller Hygon hat laut einem Bericht von TomsHardware damit begonnen, seine neuen Dhyana-Prozessoren in Serienfertigung zu produzieren. Dass dies möglich ist, geht auf einen Lizenzvertrag des Unternehmens mit AMD zurück. Der kleine Intel-Konkurrent hatte es geschafft, chinesische Partner an den eigenen x86-Lizenzrechten zu beteiligen, ohne die seit vielen Jahren bestehenden Vertragsbedingungen zu verletzen.

Lange Zeit gab es im Grunde auch nur ein Triumvirat, das aufgrund der Rechtslage Prozessoren auf der fraglichen Grundlage bauen konnte. Zu diesem gehörte neben Intel und AMD das heute kaum noch bekannte VIA Technologies. Nun hat AMD aber eben sein Zen-Design an Hygon weitergegeben und die Chinesen entwickelten einen davon abgewandelten eigenen Prozessor.

Erstmal nur Server

Nach aktuellem Stand wird es so schnell aber wohl keine PCs oder Notebooks geben, die mit den neuen Prozessoren in den Handel gebracht werden. Bei Hygon konzentriert man sich erst einmal auf die Produktion von Server-Prozessoren. Und die ersten fertigen Produkte sollen entsprechend mit den Epyc-CPUs von AMD vergleichbar sein. Die Ähnlichkeit geht hier sogar so weit, dass die optimierten Linux-Kernel einfach übernommen werden können.

Hygon gehört mehrheitlich zur chinesischen Tianjin Haiguang Holding. AMD hält allerdings einen Anteil von 30 Prozent, was die Voraussetzung gewesen sein dürfte, damit die Lizenzierung überhaupt möglich war. Für China ist die Verfügbarkeit formal eigener x86-Prozessor-Designs aktuell wohl auch eine Absicherung gegen mögliche weitere Verschärfungen im Handelskrieg der aktuellen US-Regierung.

Und wenn die Expertise erst einmal vorhanden ist, kann es durchaus auch passieren, dass chinesische Unternehmen einen weiteren Schritt gehen und auch Chips für PCs und Notebooks entwickeln. Denn gemeinsam mit Hardware-Herstellern aus dem Heimatland ließe sich sicherlich ein gutes Geschäft aufbauen.

AMD will wieder Opteron-Zeit anknüpfen:

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