Amoklauf: Wenn Islam nicht passt, kommen Killer-Spiele zurück
Wenn ein Attentäter gerade einmal nicht in einen religiösen Hintergrund eingeordnet werden kann, tauchen ziemlich schnell Erklärungsansätze auf, die man längst überwunden glaubte. Im Fall des Amoklaufes in München sind plötzlich wieder gewalthaltige Spiele im Gespräch.
Als eine der Ursachen für Amokläufe führte Bundesinnenminister Thomas de Maizière auch das "unerträgliche Ausmaß von gewaltverherrlichenden Spielen im Internet" ins Feld. Solche hätten eine schädliche Wirkung auf die Entwicklung von Jugendlichen. "Das kann kein vernünftiger Mensch bestreiten", so der Minister.
Insofern scheint es unter Wissenschaftlern, die sich intensiv mit der Materie befassen, eine besondere Häufung unvernünftiger Menschen zu geben. Denn aus dieser Richtung kam bisher im besten Fall - aus Sicht der Argumentation des Ministers - die Aussage, dass es keine gesicherten Erkenntnisse gibt.
Im Fall von München am Freitag deuten die bisherigen Ermittlungs-Ergebnisse darauf hin, dass es sich beim Täter um einen psychisch labilen Jugendlichen handelte. Ein Einzelgänger, dem Mobbing widerfahren ist und der offenbar keine besonderen Perspektiven für seine Zukunft sah. Zurückgezogen in seine eigene Welt orientierte er sich laut den Funden der Ermittler an dem Amoklauf von Winnenden sowie dem norwegischen, rechtsradikalen Terroristen Anders Breivik und hegte Sympathien für die rechtspopulistische AFD.
Passionierter Anti-Gewaltspiele-Kämpfer: Politiker nun wegen Waffenhandel in Haft
Insofern scheint es unter Wissenschaftlern, die sich intensiv mit der Materie befassen, eine besondere Häufung unvernünftiger Menschen zu geben. Denn aus dieser Richtung kam bisher im besten Fall - aus Sicht der Argumentation des Ministers - die Aussage, dass es keine gesicherten Erkenntnisse gibt.
Forschung kommt zu anderen Ergebnissen
Betrachtet man die diversen Untersuchungs-Ergebnisse, die sich über die Jahre angesammelt haben, findet man maximal Effekte, nach denen gewalthaltige Spiele andere, viel stärkere ursächliche Faktoren, zu einem gewissen Grad befördern können. Zuletzt wurden auch Ergebnisse von Langzeitstudien veröffentlicht, in denen keine negativen Effekte entsprechender Spiele zu finden waren, die über die üblichen statistischen Schwankungen hinausgehen.Im Fall von München am Freitag deuten die bisherigen Ermittlungs-Ergebnisse darauf hin, dass es sich beim Täter um einen psychisch labilen Jugendlichen handelte. Ein Einzelgänger, dem Mobbing widerfahren ist und der offenbar keine besonderen Perspektiven für seine Zukunft sah. Zurückgezogen in seine eigene Welt orientierte er sich laut den Funden der Ermittler an dem Amoklauf von Winnenden sowie dem norwegischen, rechtsradikalen Terroristen Anders Breivik und hegte Sympathien für die rechtspopulistische AFD.
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Christian Kahle
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