Cupertino: Infrastruktur zerfällt und Apple zahlt nicht einen Penny
Der neue Bürgermeister der kalifornischen Stadt Cupertino ist auf den größten Arbeitgeber seiner Kommune, den Computerkonzern Apple, alles andere als gut zu sprechen. Das Problem liegt seinen Schilderungen aber nicht bei der Firma allein, sondern am gesamten System.
Barry Chang saß bereits seit 2009 als Stadtrat in der Kommunalregierung und wurde im Dezember des letzten Jahres zum Bürgermeister gewählt. Nun steht er in der Stadtratssitzung und hat verärgerte Bürger vor sich, die sich über das zunehmend marodere Verkehrssystem beschweren. Für eine Modernisierung der Infrastruktur fehlt aber das Geld - und dies, obwohl der wertvollste Konzern der Welt seinen Sitz im Stadtgebiet hat, berichtete der Guardian.
Das Unternehmen, das gerade für viel Geld ein neues Hauptquartier baut, und Milliarden-Gewinne macht, sollte seiner Ansicht nach schlicht 100 Millionen Dollar abgeben, mit denen man die städtische Infrastruktur einen riesigen Schritt voranbringen könnte. Vielleicht würde Apple noch nicht einmal großartig aufmucken, wenn die Kommune beispielsweise eine Steuererhöhung oder etwas ähnliches, mit dem man Geld von dem Konzern loseisen könnte, beschlösse.
Doch allein der Versuch, etwas in diese Richtung zu starten, scheiterte zuletzt an den anderen Stadträten. Diese trauen sich vorauseilend schon nicht, auch nur die geringste Konfrontation mit Apple zu suchen. So hätte Chang nur einen Stadtrat gebraucht, um einen entsprechenden Finanzbeschluss durchzubekommen - doch nicht ein einziger stimmte mit "Ja".
"Das ist amerikanischen Politik. Diese so genannte Demokratie", sagte der Bürgermeister. "Apple ist hier so ein großes Unternehmen. Die Stadträte wollen sich nicht mit ihnen anlegen. Apple spricht mit ihnen und dann stimmen sie nicht gegen Apple. So sieht es aus."
Theoretisch würde das Steuersystem eigentlich dafür sorgen, dass ein solch großes Unternehmen auch zu ordentlichen Einnahmen in der kommunalen Kasse der Stadt sorgt, in der es angesiedelt ist. Die Geldströme des Konzerns kommen bekanntermaßen aber schon nur zu Bruchteilen überhaupt in den USA an, und was direkt in Cupertino zu versteuern wäre, ist kaum nennenswert.
So wird nun Chang also von Bürgern während der Stadtratstreffen, dafür beschimpft, dass keine dringend benötigten Projekte in die Wege geleitet werden - während Apple nichts zur kommunalen Finanzierung beiträgt. Trotzdem will er es weiter versuchen. "Steuererhöhungen sind natürlich nicht beliebt, aber ich mache mir da keine Sorgen. Wir sind das Zentrum der Technologiebranche und unser öffentliches Verkehrssystem ist alt und beschämend", so Chang.
Mit ihm selbst spricht Apple nicht ohne weiteres. Als er vor einiger Zeit einmal in der Unternehmenszentrale vorbeischauen wollte, warf ihn die Security wieder raus - weil er keinen Termin hatte. Anderswo würde sich wohl zumindest jemand um einen Kaffee bemühen, wenn der Bürgermeister in der Tür steht.
Das Unternehmen, das gerade für viel Geld ein neues Hauptquartier baut, und Milliarden-Gewinne macht, sollte seiner Ansicht nach schlicht 100 Millionen Dollar abgeben, mit denen man die städtische Infrastruktur einen riesigen Schritt voranbringen könnte. Vielleicht würde Apple noch nicht einmal großartig aufmucken, wenn die Kommune beispielsweise eine Steuererhöhung oder etwas ähnliches, mit dem man Geld von dem Konzern loseisen könnte, beschlösse.
Doch allein der Versuch, etwas in diese Richtung zu starten, scheiterte zuletzt an den anderen Stadträten. Diese trauen sich vorauseilend schon nicht, auch nur die geringste Konfrontation mit Apple zu suchen. So hätte Chang nur einen Stadtrat gebraucht, um einen entsprechenden Finanzbeschluss durchzubekommen - doch nicht ein einziger stimmte mit "Ja".
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Theoretisch würde das Steuersystem eigentlich dafür sorgen, dass ein solch großes Unternehmen auch zu ordentlichen Einnahmen in der kommunalen Kasse der Stadt sorgt, in der es angesiedelt ist. Die Geldströme des Konzerns kommen bekanntermaßen aber schon nur zu Bruchteilen überhaupt in den USA an, und was direkt in Cupertino zu versteuern wäre, ist kaum nennenswert.
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Mit ihm selbst spricht Apple nicht ohne weiteres. Als er vor einiger Zeit einmal in der Unternehmenszentrale vorbeischauen wollte, warf ihn die Security wieder raus - weil er keinen Termin hatte. Anderswo würde sich wohl zumindest jemand um einen Kaffee bemühen, wenn der Bürgermeister in der Tür steht.
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