Streit um Ehrung: "Was hat Snowden denn für unser Land getan?"

An der Universität Rostock zieht der Streit um eine Ehrung für den Whistleblower Edward Snowden weiter seine Kreise. Die Philosophische Fakultät will diesen zum Ehrendoktor ernennen und stößt dabei auf erbitterten Widerstand beim Rektorat und der Politik.
Nsa, Edward Snowden, Prism, Whistleblower
Reuters
In der Angelegenheit haben sich nun auch Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) und der langjährige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) zu Wort gemeldet. "Edward Snowden sollte und darf nicht Ehrendoktor der Universität Rostock werden", sagte Caffier gegenüber der Wochenzeitung Zeit (morgige Ausgabe). "Was hat Snowden denn für unser Land getan? Ich sehe nur, dass er sich von Putin für dessen PR einspannen lässt", schimpfte der CDU-Politiker.

Thierse wünscht sich mehr Empörung

Thierse hingegen befürwortet die Pläne der Fakultät. "Ich finde die Idee der Rostocker sympathisch", sagt er. "Das wäre ein Signal, das politisch ist, aber nicht billig polemisch." Snowden sei ein "erstaunlich mutiger Mann". Der 70-Jährige ermutigte die Deutschen überdies, sich weiterhin gegen die NSA-Überwachung aufzulehnen. "Ich wünsche mir, dass ein Echo deutscher Empörung bis nach Washington vordringt", so der ehemalige Bundestagspräsident.

Universitäts-Rektor Wolfgang Schareck hatte das Verfahren zur Vergabe der Ehrendoktorwürde zuletzt beanstandet, weil ihm nicht plausibel erklärt worden sei, welche besonderen wissenschaftlichen Leistungen Snowden erbracht habe. Unterdessen hat er auf den Vorwurf reagiert, seine Haltung sei von Politikern beeinflusst worden: "Ich habe auf keinen Politiker gehört", sagte er der Zeitung, "es hat mich auch keiner angerufen und mir gesagt, wie ich mich zu verhalten hätte."

Seine ablehnende Haltung habe stattdessen einen anderen Aspekt: "Mir haben auch schon ostdeutsche Professoren gesagt, dass sie politisch motivierte Ehrungen eigentlich eher aus der DDR kennen - und dass sie davon nun genug haben", erklärte Schareck. Bleibt der Fakultätsrat bei seinem Beschluss, muss Mecklenburg-Vorpommerns Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) entscheiden, ob Edward Snowden in Rostock geehrt werden darf.
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