Pollin Electronic: Traditionshändler aus Bayern rutscht in die Insolvenz

Der traditionsreiche Elektronikhändler Pollin Electronic aus dem bayrischen Pförring hat Insolvenz beantragt. Der Betrieb läuft zunächst weiter, doch die Zukunft des Elektronikspezialisten ist derzeit noch offen.
Insolvenz, Pleite, Insolvenzverfahren, Bankrott

Pollin Electronic beantragt Insolvenz

Der Geschäftsbetrieb läuft zunächst weiter, die Zukunft des Unternehmens und seiner 140 Beschäftigten ist aber offen.

Nach Angaben aus einer öffentlichen Bekanntmachung des Amtsgerichts Ingolstadt wurde für die Pollin Electronic GmbH mit Sitz im bayerischen Pförring vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht den Nürnberger Rechtsanwalt Joachim Exner. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen IN 401/26 geführt.


Exner sagte dem "Donaukurier", die Gehälter der 140 Mitarbeiter seien bis Oktober gesichert. In den kommenden Tagen wolle er sich zunächst ein genaueres Bild von der Lage machen.

Für Aussagen zu den Gründen des Insolvenzantrags und zur weiteren Zukunft des Unternehmens sei es noch zu früh. Ziel sei jedoch die Fortführung des Unternehmens. Der Onlineshop ist weiterhin erreichbar und nimmt Bestellungen entgegen. Die vorläufige Insolvenzverwaltung soll nun klären, wie es mit dem Unternehmen weitergeht. Eine Stellungnahme von Pollin selbst lag zunächst nicht vor.

Pollin zählt seit Jahrzehnten zu den bekannten Namen im deutschen Elektronikhandel. Nach Angaben des Unternehmens reichen die Anfänge bis ins Jahr 1891 zurück. Damals wurde in Pförring zunächst eine Maschinenhandlung gegründet, später kam der Bereich Elektrotechnik hinzu. Den entscheidenden Schritt zum heutigen Geschäftsmodell machte das Familienunternehmen Anfang der 1970er Jahre mit dem Erwerb der Konkursmasse des Radioherstellers EMUD. Daraus entwickelte sich ein Versandgeschäft für elektronische Bauteile und Sonderposten.

1996 firmierte das Unternehmen zur Pollin Electronic GmbH um. In den Folgejahren baute Pollin sein Geschäft weiter aus, eröffnete ein Elektronik-Handelszentrum und neue Logistikbereiche. Seit 2001 betreibt das Unternehmen auch einen Onlineshop.

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Zusammenfassung
  • Der Elektronikhändler Pollin Electronic hat nun Insolvenz angemeldet
  • Der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter und der Onlineshop bleibt aktiv
  • Für die 140 beschäftigten Mitarbeiter sind die Gehälter bis Oktober gesichert
  • Das Amtsgericht Ingolstadt bestellte einen vorläufigen Insolvenzverwalter
  • Das bayerische Familienunternehmen blickt auf eine lange Geschichte zurück

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