Irans Antisemiten wollen WhatsApp verbieten
Die iranische Zensurbehörde will den Messenger WhatsApp sperren lassen und begründet diese Entscheidung mit antisemitischen Argumenten. Bei der aktuellen Regierung kommt dies allerdings nicht besonders gut an.
Laut Behörden-Chef Abdolsamad Khorramabadi ist die Übernahme von WhatsApp durch Facebook der ausschlaggebende Punkt für die Pläne zur Blockade des Dienstes. Denn der Gründer des Social Networks, Mark Zuckerberg, sei ein "amerikanischer Zionist", so Khorramabadi laut einem Bericht der israelischen Tageszeitung Haaretz. Facebook selbst ist im Iran schon länger aus dem Netz gefiltert - und zwar seit sich zahlreiche Oppositionelle im Jahr 2009 über die Plattform zu Protestaktionen verabredeten.
Gegenwind erhält Khorramabadi, dessen Behörde vor allem von den fundamentalistisch-religiösen Kräften getragen wird, allerdings aus den höchsten politischen Kreisen. "Die Regierung ist vollständig gegen eine Blockade von WhatsApp", erklärte Telekommunikations-Minister Mahmoud Mehr laut der iranischen Nachrichtenagentur IRNA.
Dieser gehört zur neuen Regierung unter Hassan Rouhani, der zumindest nach außen hin einen liberaleren Kurs als sein Vorgänger Mahmoud Ahmadinejad einschlug. Dieser ist dafür bekannt geworden, beispielsweise selbst online Gespräche mit dem Gründer von Twitter zu führen und seine Minister zur Anmeldung bei Facebook aufgefordert zu haben. Dies dürfte auch der Grund sein, warum die Zensurbehörde sich bisher nicht durchsetzen konnte und WhatsApp im Iran derzeit weiterhin nutzbar ist.
Argumentation ist unlogisch
Wie in vielen anderen Ländern wird auch im Iran WhatsApp vor allem von vielen jüngeren Nutzern zur Kommunikation eingesetzt. Und es steht zu vermuten, dass vor allem dies der Zensurbehörde ein Dorn im Auge ist. Denn ihre Begründung ist nicht sonderlich schlüssig, da auch Firmengründer Jan Koum aus einer jüdischen Familie stammt, die Ende der 1980er Jahre unter anderem wegen antisemitischer Anfeindungen aus der Ukraine in die USA auswanderte.Gegenwind erhält Khorramabadi, dessen Behörde vor allem von den fundamentalistisch-religiösen Kräften getragen wird, allerdings aus den höchsten politischen Kreisen. "Die Regierung ist vollständig gegen eine Blockade von WhatsApp", erklärte Telekommunikations-Minister Mahmoud Mehr laut der iranischen Nachrichtenagentur IRNA.
Dieser gehört zur neuen Regierung unter Hassan Rouhani, der zumindest nach außen hin einen liberaleren Kurs als sein Vorgänger Mahmoud Ahmadinejad einschlug. Dieser ist dafür bekannt geworden, beispielsweise selbst online Gespräche mit dem Gründer von Twitter zu führen und seine Minister zur Anmeldung bei Facebook aufgefordert zu haben. Dies dürfte auch der Grund sein, warum die Zensurbehörde sich bisher nicht durchsetzen konnte und WhatsApp im Iran derzeit weiterhin nutzbar ist.
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