Kurswechsel? Der Iran öffnet sein Internet (Update)
Der Iran hat den Zugang zu Facebook und Twitter wieder geöffnet, zumindest berichten das Reporter aus der Hauptstadt Teheran. Die Netzwerke wurden 2009 nach Protesten gegen Mahmud Ahmadinedschad gesperrt.
Völlig unerwartet hat der Iran gestern begonnen, den Zugang zu Facebook und Twitter wieder freizuschalten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich dabei auf die Korrespondenten der renommierten US-Tageszeitungen New York Times und Washington Post. Beide bestätigten per Twitter, dass sie die Dienste von Teheran aus wieder ohne Einschränkungen nutzen können.
Jillian York, die bei der Cyber-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) für derartige internationale Belange zuständig ist, bestätigte gegenüber Reuters, dass man auch von mehreren iranischen Bürgern erfahren habe, dass (mehrere unterschiedliche) Internet-Anbieter des Landes die Block-Maßnahmen aufgehoben haben.
Die neue Offenheit geht den Berichten zufolge über die sozialen Netzwerke hinaus, auch andere und eindeutig politisch motivierte Webseiten sind laut York aus dem Iran wieder erreichbar, darunter die Webpräsenz des US-basierten Organisation National Iranian American Council.
Das ist zweifellos ein überaus erfreulicher Schritt, nicht nur für Nutzer vor Ort, sondern die Freiheit des Internets insgesamt. Wirklich gerechnet hat damit aber kaum jemand: Nach den teilweise gewaltsamen Massenprotesten gegen den damaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad im Jahr 2009 hatte die Islamische Republik zahlreiche Seiten gesperrt. Betroffen waren insbesondere soziale Netzwerke, da sich die Regimekritiker über diese Plattformen organisiert hatten.
Dieser Kurswechsel hatte sich nach dem Wahlsieg von Hassan Rohani aber angedeutet: Rohani gilt als gemäßigter Politiker und Präsident, bei seinem Amtsantritt Anfang August hatte er auch eine Öffnung des Webs signalisiert, dass diese so schnell kommt, überrascht aber dennoch. Eine offizielle Stellungnahme zu der Lockerung durch Vertreter der iranischen Staatsführung steht allerdings noch aus.
Update: Zu früh gefreut. Wie Reuters nun berichtet, haben iranische Offizielle mitgeteilt, dass es sich hierbei lediglich um "technische Probleme" gehandelt habe, die Sperren von sozialen Netzwerke bleiben im Iran damit aufrecht. (Vielen Dank an WinFuture-Leser der_ingo für den Hinweis).
Siehe auch: Irans neuer Präsident will Netzzensur stark mindern
Jillian York, die bei der Cyber-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) für derartige internationale Belange zuständig ist, bestätigte gegenüber Reuters, dass man auch von mehreren iranischen Bürgern erfahren habe, dass (mehrere unterschiedliche) Internet-Anbieter des Landes die Block-Maßnahmen aufgehoben haben.
Die neue Offenheit geht den Berichten zufolge über die sozialen Netzwerke hinaus, auch andere und eindeutig politisch motivierte Webseiten sind laut York aus dem Iran wieder erreichbar, darunter die Webpräsenz des US-basierten Organisation National Iranian American Council.
Das ist zweifellos ein überaus erfreulicher Schritt, nicht nur für Nutzer vor Ort, sondern die Freiheit des Internets insgesamt. Wirklich gerechnet hat damit aber kaum jemand: Nach den teilweise gewaltsamen Massenprotesten gegen den damaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad im Jahr 2009 hatte die Islamische Republik zahlreiche Seiten gesperrt. Betroffen waren insbesondere soziale Netzwerke, da sich die Regimekritiker über diese Plattformen organisiert hatten.
Dieser Kurswechsel hatte sich nach dem Wahlsieg von Hassan Rohani aber angedeutet: Rohani gilt als gemäßigter Politiker und Präsident, bei seinem Amtsantritt Anfang August hatte er auch eine Öffnung des Webs signalisiert, dass diese so schnell kommt, überrascht aber dennoch. Eine offizielle Stellungnahme zu der Lockerung durch Vertreter der iranischen Staatsführung steht allerdings noch aus.
Update: Zu früh gefreut. Wie Reuters nun berichtet, haben iranische Offizielle mitgeteilt, dass es sich hierbei lediglich um "technische Probleme" gehandelt habe, die Sperren von sozialen Netzwerke bleiben im Iran damit aufrecht. (Vielen Dank an WinFuture-Leser der_ingo für den Hinweis).
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