Der Iran baut angeblich sein eigenes Google Earth

Im Iran arbeitet man derzeit wohl an einem eigenen Klon von Googles Geografie-Anwendung Google Earth. Dieser soll schon in Kürze einsatzbereit sein, berichtet die britische Tageszeitung 'The Guardian'.
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Angekündigt wurde das Werkzeug demnach vom iranischen Informations- und Telekommunikationsminister Mohammad Hassan Nami. Dieser sprach davon, dass ein "islamisches Google Earth" entwickelt werde. Das Tool soll Basir heißen und in etwa vier Monaten einsatzbereit sein.

"Die Vorbereitungen zum Start unseres eigenen 3D-Karten-Projekts zur Abbildung der Welt wurden getroffen und wir bauen gerade ein Datenzentrum, dass die benötigten Informationsmengen verarbeiten kann", zitierte die halbstaatliche iranische Nachrichtenagentur den Minister. Der Service soll nach seiner Fertigstellung weltweit einsetzbar sein.

Dabei wiederholte Nami die Vorwürfe gegenüber Google Earth, die er in der Vergangenheit schon einmal anbrachte. "Oberflächlich betrachtet bietet Google Earth einen Service für den Nutzer. In Wirklichkeit stecken aber Sicherheitsbehörden und Geheimdienste dahinter, die damit Informationen über andere Länder erhalten wollen", erklärte er. Teilweise wird der Zugang zu der Plattform daher von iranischen Providern blockiert.

Laut dem Minister sollen sich die islamischen Werte in dem neuen Dienst widerspiegeln. "Wir werden auf der Webseite Zusatzinformationen bieten, die den Menschen ein realistischeres Bild der Welt vermittelt", sagte er. "Die Werte des Irans sind die Werte Gottes und das wird den Unterschied zwischen Basir und Google Earth ausmachen, das sich auf das ominöse Dreigestirn aus den USA England und den Zionisten stützt."

Wie die Unterschiede in der Praxis aussehen sollen, gab Nami noch nicht bekannt. Experten haben allerdings Zweifel, dass der Iran ein entsprechendes Projekt zum Erfolg führt und dabei auch nur halbwegs mit der Konkurrenz von Google mithalten kann. Ein Berater, der ehemals für das nationale Internet-Projekt des Iran tätig war, erklärte, bei der Verlautbarung ginge es wohl eher darum, dem Informationsministerium Budgets zu sichern, in dem man eine rege Betätigung an politisch konformen Projekten vorgaukelt.
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