Zensur: Google-DNS wird in der Türkei umgeleitet
Die Türkei hat zuletzt den Zugang zu Twitter und wenig später auch YouTube blockiert, viele Betroffene umgingen das mit DNS-Workarounds. Doch damit ist Schluss, Anfragen an die DNS-Server von Google werden nun umgeleitet.
Das hat das Suchmaschinenunternehmen aus Kalifornien in einem Blog-Beitrag bekannt gegeben. Google schreibt, dass man "zahlreiche glaubwürdige Berichte" erhalten habe und zudem durch eigene Nachforschungen bestätigen könne, dass das Domain Name System (DNS) von Google von den "meisten türkischen Internet-Providern" abgefangen werde.
In weiterer Folge erläutert Google-Techniker Steven Carstensen, wie das vor sich geht: Demnach funktioniert ein DNS-Server ähnlich wie ein Telefonbuch und teilt einem Computer die Adresse des gesuchten Servers mit, verbindet also Name mit Nummer. Auch Google betreibe solche DNS-Server, weil man der Ansicht ist, dass jeder "schnell und sicher" den gewünschten Host erreichen sollte.
"Aber man möge sich vorstellen, was passiert, wenn jemand dieses Telefonbuch austauscht. Das Neue sieht zwar fast so aus wie das Alte, außer dass die Einträge einiger Leute die falsche Telefonnummer haben. Das ist im Wesentlichen das, was gerade in der Türkei passiert ist: Türkische ISPs haben Server eingerichtet, die sich als Googles DNS-Dienst tarnen."
Kurz nach der Sperre von Twitter waren die DNS-Adressen 8.8.8.8 und 8.8.4.4 zum Umgehen der Sperre verwendet worden, die Google-Server wurden sogar zu so etwas wie Slogan oder Schlachtruf der türkischen Netzaktivsten. Doch die türkische Staatsführung hat die ISPs des Landes nun wohl gezwungen, diese Lücke zu schließen.
In weiterer Folge erläutert Google-Techniker Steven Carstensen, wie das vor sich geht: Demnach funktioniert ein DNS-Server ähnlich wie ein Telefonbuch und teilt einem Computer die Adresse des gesuchten Servers mit, verbindet also Name mit Nummer. Auch Google betreibe solche DNS-Server, weil man der Ansicht ist, dass jeder "schnell und sicher" den gewünschten Host erreichen sollte.
"Aber man möge sich vorstellen, was passiert, wenn jemand dieses Telefonbuch austauscht. Das Neue sieht zwar fast so aus wie das Alte, außer dass die Einträge einiger Leute die falsche Telefonnummer haben. Das ist im Wesentlichen das, was gerade in der Türkei passiert ist: Türkische ISPs haben Server eingerichtet, die sich als Googles DNS-Dienst tarnen."
Kurz nach der Sperre von Twitter waren die DNS-Adressen 8.8.8.8 und 8.8.4.4 zum Umgehen der Sperre verwendet worden, die Google-Server wurden sogar zu so etwas wie Slogan oder Schlachtruf der türkischen Netzaktivsten. Doch die türkische Staatsführung hat die ISPs des Landes nun wohl gezwungen, diese Lücke zu schließen.
Wähler stärken Erdogan den Rücken
Ein Ende der staatlichen Beschränkungen auf das Netz ist nicht zu erwarten, ganz im Gegenteil: Bei den gestrigen Kommunalwahlen konnte die Regierungspartei AKP von Premier Recep Tayyip Erdogan um etwa fünf Prozent zulegen (auf rund 44%). Wie u. a. Spiegel Online berichtet, kündigte Erdogan an, dass seine Gegner nun "bezahlen" werden. Damit ist zwar nicht ausschließlich die regierungskritische Netz-Gemeinde gemeint, aber sicherlich auch.
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