Gehirn: Facebook-Likes wirken wie Essen oder Sex
Eine kleine Stelle im Gehirn kann darüber mitentscheiden, wie intensiv Nutzer in sozialen Netzen wie Facebook sind - denn hier werden Belohnungsimpulse abgegeben.
Wissenschaftler von der Freien Universität Berlin setzten erstmals bei Testpersonen Hirnaktivität und die Nutzung sozialer Medien in Beziehung. Im Zentrum der Untersuchungen stand dabei der Reputationsgewinn, der sich aus der Verwendung solcher Plattformen ergibt. Die Ergebnisse wurden in der neuen Ausgabe der Open-Access-Fachzeitschrift Frontiers in Human Neuroscience veröffentlicht.
Die Wissenschaftler konzentrierten sich hierbei auf den Nucleus accumbens - eine kleine, aber bedeutende Struktur im Zentrum des Gehirns. Diese wird mit der Verarbeitung von Belohnung - bei der Nahrungsaufnahme, bei Geld, Sex und Reputationsgewinn - assoziiert. "Es gehört zu den Wesensmerkmalen des Menschen, sich um seine Reputation zu sorgen. Heute läuft dieses Reputationsmanagement für viele über soziale Medien wie Facebook", erklärte Dar Meshi, Erstautor der Studie.
Facebook wurde für die Studie genutzt, da es mit 1,2 Milliarden aktiver Nutzer zurzeit das größte soziale Netzwerk im Internet ist. Soziale Interaktionen werden hier nicht nur in der Öffentlichkeit beziehungsweise einer Teilöffentlichkeit aus Freunden und Bekannten vollzogen, sie hängen auch oftmals mit dem Reputationsgewinn als Person zusammen. Wenn andere Nutzer der Plattform eine neue Nachricht eines Benutzers mit "Gefällt mir" markieren, könne das als positives soziales Feedback für den Urheber gewertet werden, so die Wissenschaftler.
Mit funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) wurde die Gehirnaktivität der Probanden in verschiedenen Situationen untersucht. Zuvor hatten sie an einem Videointerview teilgenommen, in denen ihnen Fragen zum Wohnort, Lieblingsfilmen oder sonstigen Interessen gestellt wurden. Im MRT-Scanner wurde ihnen im Anschluss zum einen mitgeteilt, wie positiv eine anomyme Gruppe von "Kritikern" aufgrund dieser Informationen und ihrer Selbstdarstellung im Interview von ihnen dachte. Zum anderen erfuhren sie, wie jeweils ein anderer Studienteilnehmer eingeschätzt wurde. Darüber hinaus nahmen sie an einem Kartenspiel teil, bei dem sie Geld gewinnen konnten.
Die Wissenschaftler konnten bei positivem Feedback zur eigenen Person zeigen, dass der Nucleus accumbens stärker aktiviert wurde, als wenn es um eine gute Einschätzung einer anderen Person ging. Eine große Differenz beider Werte korrelierte mit der einer intensiveren Facebook-Nutzung. Es zeigte sich also, je stärker die Aktivierung bei Lob der eigenen Person war und je weniger der Nucleus accumbens bei Lob für eine andere Person aktiviert wurde, desto eher handelte es sich bei der Testperson um einen intensiven Facebook-Nutzer. Aus Aktivierung dieser Hirnregion beim Geldgewinn im Glücksspiel hingegen konnten keine Rückschlüsse auf die Facebook-Nutzung gezogen werden.
Die Wissenschaftler konzentrierten sich hierbei auf den Nucleus accumbens - eine kleine, aber bedeutende Struktur im Zentrum des Gehirns. Diese wird mit der Verarbeitung von Belohnung - bei der Nahrungsaufnahme, bei Geld, Sex und Reputationsgewinn - assoziiert. "Es gehört zu den Wesensmerkmalen des Menschen, sich um seine Reputation zu sorgen. Heute läuft dieses Reputationsmanagement für viele über soziale Medien wie Facebook", erklärte Dar Meshi, Erstautor der Studie.
Facebook wurde für die Studie genutzt, da es mit 1,2 Milliarden aktiver Nutzer zurzeit das größte soziale Netzwerk im Internet ist. Soziale Interaktionen werden hier nicht nur in der Öffentlichkeit beziehungsweise einer Teilöffentlichkeit aus Freunden und Bekannten vollzogen, sie hängen auch oftmals mit dem Reputationsgewinn als Person zusammen. Wenn andere Nutzer der Plattform eine neue Nachricht eines Benutzers mit "Gefällt mir" markieren, könne das als positives soziales Feedback für den Urheber gewertet werden, so die Wissenschaftler.
Mit funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) wurde die Gehirnaktivität der Probanden in verschiedenen Situationen untersucht. Zuvor hatten sie an einem Videointerview teilgenommen, in denen ihnen Fragen zum Wohnort, Lieblingsfilmen oder sonstigen Interessen gestellt wurden. Im MRT-Scanner wurde ihnen im Anschluss zum einen mitgeteilt, wie positiv eine anomyme Gruppe von "Kritikern" aufgrund dieser Informationen und ihrer Selbstdarstellung im Interview von ihnen dachte. Zum anderen erfuhren sie, wie jeweils ein anderer Studienteilnehmer eingeschätzt wurde. Darüber hinaus nahmen sie an einem Kartenspiel teil, bei dem sie Geld gewinnen konnten.
Die Wissenschaftler konnten bei positivem Feedback zur eigenen Person zeigen, dass der Nucleus accumbens stärker aktiviert wurde, als wenn es um eine gute Einschätzung einer anderen Person ging. Eine große Differenz beider Werte korrelierte mit der einer intensiveren Facebook-Nutzung. Es zeigte sich also, je stärker die Aktivierung bei Lob der eigenen Person war und je weniger der Nucleus accumbens bei Lob für eine andere Person aktiviert wurde, desto eher handelte es sich bei der Testperson um einen intensiven Facebook-Nutzer. Aus Aktivierung dieser Hirnregion beim Geldgewinn im Glücksspiel hingegen konnten keine Rückschlüsse auf die Facebook-Nutzung gezogen werden.
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Christian Kahle
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