BYD will tausende 5-Minuten-Ladestationen in Europa aufbauen

Der chinesische Elektroautohersteller BYD will seine Expansion in Europa mit einem massiven Ausbau der Ladeinfrastruktur beschleunigen. Das Unternehmen kündigte an, bis Ende des kommenden Jahres rund 3000 sogenannte Flash Charger in Europa zu installieren.
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Ausbau binnen zwei Jahren

Die ersten dieser besonders leistungsstarken Schnellladestationen sind bereits in Deutschland und Großbritannien in Betrieb gegangen. Mit dem Vorhaben verfolgt BYD das Ziel, die Attraktivität seiner Elektrofahrzeuge auf dem europäischen Markt weiter zu erhöhen. Nach Schätzungen belaufen sich die durchschnittlichen Kosten für jede einzelne Station auf rund 580.000 Euro, berichtete die Financial Times. Insgesamt könnte das Investitionsvolumen damit bei etwa 1,74 Milliarden Euro liegen.

Die neuen Flash Charger erreichen eine Ladeleistung von 1500 Kilowatt und gehören damit zu den leistungsstärksten öffentlich angekündigten Ladesystemen für Elektrofahrzeuge. Zum Vergleich: Die aktuellen V4-Supercharger von Tesla bieten eine maximale Leistung von 500 Kilowatt. Allerdings verfügt Tesla bereits über ein dichtes Netz von rund 20.000 Ladepunkten in Europa und besitzt damit weiterhin einen deutlichen Vorsprung bei der Infrastruktur.


BYD betont, dass die neuen Schnellladestationen das Stromnetz nicht übermäßig belasten sollen. Die Anlagen sind so konzipiert, dass sie Fahrzeuge aus zwischengespeicherter Energie laden. Die dafür verwendeten Batteriespeicher können beispielsweise während der Nachtstunden aufgeladen werden, wenn die Netzbelastung geringer ist.

Grundsätzlich können alle Elektrofahrzeuge mit dem in Europa weit verbreiteten CCS-Ladeanschluss die neuen Stationen nutzen. Die höchsten Ladegeschwindigkeiten bleiben jedoch zunächst Fahrzeugen von BYD vorbehalten, die mit der neuesten Generation der Blade-Batterie ausgestattet sind.

Bisher noch kaum nutzbar

Derzeit ist in Europa lediglich ein Modell verfügbar, das die volle Leistung der Flash Charger ausschöpfen kann: der Denza Z9 GT. Das Fahrzeug, das in Europa zu einem Preis von rund 115.000 Euro angeboten wird, soll an den neuen Stationen innerhalb von nur fünf Minuten auf einen Ladezustand von 70 Prozent gebracht werden können.

Mit dem Ausbau des Ladenetzes unterstreicht BYD seine Ambitionen auf dem europäischen Markt. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren seine weltweiten Verkaufszahlen kontinuierlich gesteigert und sich zunehmend als einer der wichtigsten Konkurrenten Teslas etabliert. Es ist zu erwarten, dass mit der neuen Ladeinfrastruktur auch zusätzliche Modelle auf den Markt gebracht werden, die diese nutzen können.

Zusammenfassung
  • BYD will bis Ende 2027 etwa 3000 Flash Charger Schnellladestationen in Europa installieren
  • Die Ladeleistung von 1500 Kilowatt macht sie zu den leistungsstärksten öffentlichen Systemen
  • Geschätzte Kosten pro Station: 580000 Euro, Gesamtinvestition rund 1,74 Milliarden Euro
  • Tesla hat mit rund 20000 Ladepunkten in Europa weiterhin deutlichen Infrastrukturvorsprung
  • Stationen mit Batteriespeichern entlasten das Stromnetz durch Nachtladung
  • Nur BYD-Fahrzeuge mit neuester Blade-Batterie erreichen volle Ladeleistung
  • Denza Z9 GT lädt in nur fünf Minuten auf 70 Prozent und kostet in Europa rund 115000 Euro

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