Highlight
Euro-Office startet: LibreOffice lässt kein gutes Haar am Konkurrenten
Heute startet Euro-Office als europäische Alternative zu Microsoft und Google. Die Macher von LibreOffice üben jetzt aber scharfe Kritik. Das neue Office-Paket verfehle das Ziel der digitalen Souveränität durch die Wahl falscher Dateiformate komplett.
Technisch basiert Euro-Office auf einem Fork von OnlyOffice. Das Ziel der Entwickler ist es, die digitale Souveränität in Europa zu stärken. Behörden und Unternehmen sollen unabhängiger von großen US-Konzernen werden. Da Euro-Office für die Integration in bestehende Cloud-Umgebungen konzipiert ist, richtet es sich an professionelle Anwender, die volle Kontrolle über ihre Daten behalten möchten. Das System lässt sich auf eigenen Servern betreiben.
Mitbegründer der Stiftung Italo Vignoli argumentiert, dass OOXML gezielt entworfen worden sei, um Nutzer an das Ökosystem aus Redmond zu binden. Ein wirklich freier Austausch von Inhalten sei nur mit dem offenen Standard ODF möglich. ODF wurde ursprünglich im Jahr 2006 als ISO-Standard anerkannt und bildet seitdem das Rückgrat vieler freier Office-Anwendungen weltweit.
Wichtige Meilensteine des ODF-Standards
Durch die Nutzung von OOXML werde Euro-Office zu einem "De-facto-Verbündeten" von Microsoft im Kampf gegen die europäische Unabhängigkeit. Die Kritiker befürchten, dass Anwender trotz offener Software weiterhin in proprietären Strukturen gefangen bleiben. Zudem sei die Umsetzung des OOXML-Standards oft komplex, was in der Praxis zu Anzeigefehlern bei Formatierungen führen kann.
Ein Blick auf die Entstehung zeigt zudem weitere Spannungen. Die ursprünglichen Entwickler von OnlyOffice zeigten sich im Vorfeld wenig begeistert über die Abspaltung ihres Codes. Gleichzeitig merkt die TDF an, dass viele heutige Verfechter der digitalen Souveränität den offenen ODF-Standard in der Vergangenheit belächelt oder schlicht ignoriert hätten. Darunter leide nun die Glaubwürdigkeit von Euro-Office. Ob sich all diese Kritik merklich auf die Nutzung der neuen Office-Umgebung auswirken wird, bleibt aber abzuwarten.
Download LibreOffice - Quelloffene Office-Suite Download OnlyOffice Desktop - Gratis Office für Windows Wie bewertet ihr den Start von Euro-Office und die Format-Kritik? Ist OOXML für euch ein Ausschlusskriterium oder wichtig für Kompatibilität? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Siehe auch:
Start von Euro-Office
LibreOffice bzw. The Document Foundation (TDF) hält nicht gerade hinter dem Berg, wenn es um Meinungen zur Konkurrenz geht. In den letzten Monaten bekamen sowohl OnlyOffice als auch das Projekt Collabora sowie selbstverständlich Microsoft einiges ab. Heute geht nun die neue Open-Source-Bürosoftware Euro-Office offiziell in ihrer 1.0-Version an den Start. Ein Zusammenschluss europäischer IT-Unternehmen, darunter Nextcloud und Ionos, hat das webbasierte Paket entwickelt. Es soll als quelloffene Alternative zu etablierten Diensten wie Microsoft 365 und Google Workspace dienen. Doch auch hier hat TDF einiges zu bemängeln.Technisch basiert Euro-Office auf einem Fork von OnlyOffice. Das Ziel der Entwickler ist es, die digitale Souveränität in Europa zu stärken. Behörden und Unternehmen sollen unabhängiger von großen US-Konzernen werden. Da Euro-Office für die Integration in bestehende Cloud-Umgebungen konzipiert ist, richtet es sich an professionelle Anwender, die volle Kontrolle über ihre Daten behalten möchten. Das System lässt sich auf eigenen Servern betreiben.
Kritik am Dateiformat
Wie The Document Foundation in einem offenen Brief darlegt, verfehle das neue Projekt jedoch seine eigenen Ziele. Die Stiftung hinter LibreOffice stört sich vor allem an der Wahl des Dateiformats. Euro-Office nutze standardmäßig OOXML, das von Microsoft entwickelte "pseudo-offene" Format für Office-Dokumente.Mitbegründer der Stiftung Italo Vignoli argumentiert, dass OOXML gezielt entworfen worden sei, um Nutzer an das Ökosystem aus Redmond zu binden. Ein wirklich freier Austausch von Inhalten sei nur mit dem offenen Standard ODF möglich. ODF wurde ursprünglich im Jahr 2006 als ISO-Standard anerkannt und bildet seitdem das Rückgrat vieler freier Office-Anwendungen weltweit.
Wichtige Meilensteine des ODF-Standards
Durch die Nutzung von OOXML werde Euro-Office zu einem "De-facto-Verbündeten" von Microsoft im Kampf gegen die europäische Unabhängigkeit. Die Kritiker befürchten, dass Anwender trotz offener Software weiterhin in proprietären Strukturen gefangen bleiben. Zudem sei die Umsetzung des OOXML-Standards oft komplex, was in der Praxis zu Anzeigefehlern bei Formatierungen führen kann.
Kritik an Marketing-Behauptung
Zudem kritisiert die Stiftung das Marketing von Euro-Office. So sei die Behauptung falsch, es handele sich um das erste in Europa entwickelte Open-Source-Office. Bereits im Jahr 2001 erschien OpenOffice, gefolgt von LibreOffice im Jahr 2010. Beide Projekte haben ihre Wurzeln in Europa und würden seit Jahrzehnten echten quelloffenen Code für Millionen von Nutzern bieten.Ein Blick auf die Entstehung zeigt zudem weitere Spannungen. Die ursprünglichen Entwickler von OnlyOffice zeigten sich im Vorfeld wenig begeistert über die Abspaltung ihres Codes. Gleichzeitig merkt die TDF an, dass viele heutige Verfechter der digitalen Souveränität den offenen ODF-Standard in der Vergangenheit belächelt oder schlicht ignoriert hätten. Darunter leide nun die Glaubwürdigkeit von Euro-Office. Ob sich all diese Kritik merklich auf die Nutzung der neuen Office-Umgebung auswirken wird, bleibt aber abzuwarten.
Download LibreOffice - Quelloffene Office-Suite Download OnlyOffice Desktop - Gratis Office für Windows Wie bewertet ihr den Start von Euro-Office und die Format-Kritik? Ist OOXML für euch ein Ausschlusskriterium oder wichtig für Kompatibilität? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Zusammenfassung
- Die neue Bürosoftware Euro-Office startet heute offiziell in Version 1.0
- Ein Bündnis aus IT-Unternehmen will mit dem Tool digitale Souveränität fördern
- Das Paket ist als quelloffene Alternative für Cloud-Umgebungen gedacht
- Kritik übt The Document Foundation an der Nutzung des Formats OOXML
- Laut Kritikern binde das Microsoft-Format Nutzer an US-amerikanische Firmen
- TDF widerspricht der Behauptung, Euro-Office sei das erste freie Office aus Europa
- Auch die ursprünglichen Entwickler von OnlyOffice kritisierten den Fork
Siehe auch:
- LibreOffice greift Microsoft an: Office-Format ist nur pseudo-offen
- LibreOffice wettert gegen Microsoft Excel-Einsatz bei der EU
- LibreOffice wettert gegen Ribbon-Interface von Microsoft Office
- LibreOffice Online kehrt zurück und Streit mit Collabora eskaliert
- LibreOffice teilt heftig aus: Konkurrent OnlyOffice sei 'fake Open-Source'
Thema:
Beliebte Open-Source-Downloads
Videos zum Thema
Beiträge aus dem Forum
Weiterführende Links
Neue Nachrichten
- Spiele als Dauerwerbesendung: EA plant Reklame 'direkt im Gameplay'
- Nutzen umstritten, UK bannt dennoch Social Media für Unter-16-Jährige
- Fox kauft Roku: Neuer Streaming-Gigant für 22 Milliarden Dollar
- Drohnen-Alternative: Schlangenroboter prüfen Hochspannungsleitungen
- 110 Billiarden Kilometer: Forscher arbeiten an Karte von Pilzgeflechten
- Genialer 5G-Tarif ist zurück: Vodafone Unlimited-Flat für 14,99 Euro
- Zelda Ocarina of Time: Leak verrät neue Details zum Gameplay
Videos
Neueste Downloads
Beliebt im Preisvergleich
- Office-Pakete:
Beliebte Nachrichten
Meist kommentierte Nachrichten
Forum
-
dav2d: ein sehr schneller plattformübergreifender AV2 decoder
d-hubs - Heute 15:26 Uhr -
Neues von Proxmox, dem Virtualisieurngsspezialisten
d-hubs - Heute 10:53 Uhr -
#FLOCK ´26: die Flock to Fedora Project Conference
d-hubs - Gestern 16:05 Uhr -
DigiKam: das Open-Source-Fotoverwaltungsprogramm
d-hubs - Vorgestern 13:22 Uhr -
Alpine-Linux: unter den schlanken Distris
d-hubs - Vorgestern 12:33 Uhr
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen