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Donut Lab: Untersuchung entlarvt Wunderbatterie als Lithium-Zelle

Die von dem finnischen Unternehmen Donut Lab beworbene Feststoffbatterie mit angeblich revolutionären Leistungsdaten ist nun auch laut einer umfangreichen Untersuchung als schlichter Betrug enttarnt worden.
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Tests zeigen allzu bekannte Daten

Ein internationales Expertenteam kommt zu dem Schluss, dass es sich bei der getesteten Zelle überhaupt nicht um eine neu entwickelte Technologie, sondern um einen herkömmlichen Lithium-Ionen-Akku handelt. Dass dies nicht bereits früher aufflog, soll an äußerst scharfen Stillschweige-Verträgen liegen, die erste Tester unterschreiben mussten, um Zugang zu den Stromspeichern zu bekommen. Die Erkenntnisse werfen Fragen zu den Angaben gegenüber Investoren auf und könnten nun auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, wie das Magazin Electrek berichtet.

Donut Lab hatte zum Anfang dieses Jahres für Aufsehen gesorgt, als das Unternehmen auf der Technikmesse CES eine Batterie mit einer Energiedichte von 400 Wh/kg, einer Lebensdauer von 100.000 Ladezyklen und einer Ladezeit von nur fünf Minuten präsentierte. Die spektakulären Versprechen weckten weltweit Interesse und trugen dazu bei, rund 25 Millionen Dollar von mehr als 1300 Anlegern einzuwerben.


Die nun veröffentlichte Untersuchung des Batterieforschers Ziroth, an der über 20 unabhängige Fachleute beteiligt waren, liefert nach eigenen Angaben eindeutige Belege gegen die Behauptungen des Unternehmens. Analysen von Spannungsverläufen und Ausdehnungsdaten der Zellen zeigten typische Merkmale moderner Lithium-Ionen-Batterien mit Nickel-Mangan-Kobalt-Chemie.

Besonders aussagekräftig sei eine charakteristische Veränderung der Zellausdehnung während des Ladevorgangs, die auf eine Graphit-Anode hindeutet, hieß es. Da Natrium-Ionen aufgrund ihrer Größe nicht in Graphit eingelagert werden können, gilt dies als starkes Indiz für Lithium-Technologie. Auch die berechnete Energiedichte lag den Experten zufolge lediglich bei rund 298 Wh/kg und damit deutlich unter den von Donut Lab beworbenen Werten.

Betrug an Kleinanlegern?

Die Recherchen fördern zudem ein komplexes Geflecht beteiligter Unternehmen zutage. Demnach stammt die zugrunde liegende Technologie von der deutschen Firma CT Coatings, während Nordic Nano als Hersteller und Donut Lab als Vermarktungspartner auftrat. Laut der Untersuchung soll Nordic Nano bislang jedoch noch keine einzige Batteriezelle produziert haben.

Zusätzliche Kritik richtet sich gegen die Unternehmensführung. Donut Lab soll technische Prüfungen weitgehend selbst durchgeführt haben, anstatt unabhängige Experten einzuschalten. Zudem seien Aussagen über angeblich bereits ausgelieferte Serienfahrzeuge irreführend gewesen. Interne Unterlagen und E-Mails legen laut den Ermittlern nahe, dass belastbare Nachweise für die beworbenen Leistungsdaten nie vorlagen.

Bei der ganzen Angelegenheit scheint es sich um eine Masche zu handeln, Kleinanlegern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Viele Investoren beteiligten sich über Crowdfunding-Plattformen und wurden mit der Aussicht auf hohe Renditen angelockt. Finnische Finanz- und Strafverfolgungsbehörden sollen den Fall inzwischen prüfen. Beobachter warnen nun, dass der Skandal das Vertrauen in die tatsächlich vielversprechende Entwicklung von Festkörperbatterien insgesamt beschädigen könnte.

Zusammenfassung
  • Donut Lab präsentierte auf der CES eine Batterie mit 400 Wh/kg, 100.000 Ladezyklen und fünf Minuten Ladezeit
  • Ein internationales Expertenteam mit über 20 Fachleuten bestätigt: Es handelt sich um herkömmliche Lithium-Ionen-Technik
  • Rund 25 Millionen Dollar wurden von mehr als 1300 Anlegern über Crowdfunding-Plattformen eingesammelt
  • Die gemessene Energiedichte lag nur bei etwa 298 Wh/kg und damit deutlich unter den beworbenen Werten
  • Beteiligt waren die deutsche Firma CT Coatings, Nordic Nano als Hersteller und Donut Lab als Vermarktungspartner
  • Finnische Finanz- und Strafverfolgungsbehörden prüfen den Fall nun in einem formellen Verfahren
  • Beobachter warnen, dass der Skandal das Vertrauen in die vielversprechende Festkörperbatterie-Entwicklung beschädigen könnte

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