Ex-NSA-Chef schürt Angst vor Anarcho-Hacker-Terror

Der ehemalige US-Geheimdienst-Chef Michael Hayden hat eine neue Bedrohung für die Sicherheit der Bürger seines Landes ausgemacht: Die Anhänger des Whistleblowers Edward Snowden, der die Überwachungsmaßnahmen der NSA publik machte. Laut einem Bericht des Guardian mutmaßte Hayden, dass Hacker und Gruppen, die für Transparenz eintreten, mit Terror-Angriffen im Internet antworten werden, wenn es der USA gelingt, Snowden zu verhaften. Immerhin habe man es hier mit "Nihilisten, Anarchisten, Aktivisten, Lulzsec, Anonymous und Leuten in den Zwanzigern" zu tun, die seit fünf oder sechs Jahren nicht mit einem Menschen des anderen Geschlechts gesprochen hätten.

Und bei diesen sei davon auszugehen, dass sie versuchen werden, die US-Regierung über das Internet anzugreifen. Allerdings seien die militärischen Netze eines der härtesten Ziele, die es im Netz gebe. "Wenn sie also bei .mil keinen Schaden anrichten können, was werden sie dann tun? Was ist für sie das World Trade Center? Das, was das World Trade Center für Al-Qaida war?", führte er aus.

Unter Haydens Führung hatte die NSA nach den Terrorangriffen am 11. September 2001 begonnen, ihren Überwachungs-Apparat massiv auszubauen. Während der Dienst zuvor vor allem in ausländischen Telekommunikations-Netzen nach Informationen suchte, begann zu dieser Zeit auch eine großflächige Erfassung der Kommunikationsvorgänge in den USA ohne die eigentlich nötige richterliche Genehmigung. Aber auch verschiedene andere Programme, die Snowden an die Öffentlichkeit brachte, nahmen hier ihren Ausgang.

Wie Hayden nun ausführte, schätze er die Fähigkeiten der von ihm genannten Gruppen aktuell nicht als besonders hoch ein, wenn es darum geht, spürbare Schäden anzurichten. Allerdings müsse davon ausgegangen werden, dass sich dies schnell ändern könne. "Herr Snowden hat bei diesem Volk für eine Menge Aufregung gesorgt", so Hayden.
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