KI knackt Weltkriegs-Funkspruch - Historiker irrten sich 108 Jahre lang

Nach über einem Jahrhundert wurde nun ein verschlüsselter deutscher Funkspruch aus dem Ersten Weltkrieg geknackt. Ein aktuelles KI-Modell löste das historische Rätsel um die geheime Nachricht. Der Weg zur Lösung war jedoch profaner als gedacht.
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    Sprachmodell löst Weltkriegs-Chiffre

    Einem Entwickler ist es mithilfe des Sprachmodells GPT-6 Astra von OpenAI gelungen, einen knapp 108 Jahre alten verschlüsselten Funkspruch der deutschen Streitkräfte aus dem Ersten Weltkrieg zu dechiffrieren. Die am 27. November 1918 gesendete Nachricht galt bisher als unlesbar und befand sich auf einer Liste von 50 ungelösten Kryptogrammen.

    Obwohl der Erfolg auf den ersten Blick beeindruckend wirken mag, war der Weg der KI zur Lösung banaler als gedacht. So war der zugrundeliegende Mechanismus der Verschlüsselung bereits zuvor bekannt. Die deutschen Streitkräfte nutzten damals das sogenannte ADFGVX-Verfahren. Das ist eine zweistufige Methode, die Substitution und Transposition kombiniert, um den Inhalt der Texte zu verschleiern.


    So funktionierte das ADFGVX-Verfahren

    Wie der Nutzer Prinz in einem Blogbeitrag auf seiner Webseite berichtet, ersetzte das System zunächst jeden Buchstaben und die Ziffern von 0 bis 9 durch ein Paar aus den Zeichen A, D, F, G, V und X. Diese Buchstaben für das Raster wählte das Militär damals ganz bewusst aus. Im Morsecode unterscheiden sich A, D, F, G, V und X akustisch stark voneinander. Das minimierte Übertragungsfehler beim Funken erheblich.

    Im zweiten Schritt erfolgte eine Transposition. Ein geheimes Schlüsselwort am Anfang bestimmte die Position der Buchstaben und Ziffern innerhalb der Matrix. Die fertige Nachricht funkte das Militär in Gruppen von je fünf Buchstaben per Morsecode. Täglich gingen zu Hochzeiten bis zu 150 solcher Nachrichten über den Äther, wobei die Schlüsselwörter regelmäßig wechselten. Deutsche Verschlüsselungsmatrix (Erster Weltkrieg)Mit dem Schlüsselwort 'TRUPPENVERSCHIEBUNG' ergibt sich diese Kodier-Matrix

    Schlüssel zur historischen Nachricht

    Zum Entschlüsseln des Funkspruchs nutzte das KI-Modell von OpenAI dann lediglich das ebenfalls bereits bekannte Schlüsselwort "TRUPPENVERSCHIEBUNG". Bisherige Entschlüsselungsversuche scheiterten wohl lediglich an einer falschen historischen Annahme. So gingen Fachleute davon aus, dass das Militär das besagte Kennwort erst ab dem 9. Dezember 1918 verwendete. Der nun geknackte Funkspruch stammt jedoch von Ende November.

    Der auf diese Weise dechiffrierte Text meldet die Ankunft eines englischen Kreuzers in Sewastopol sowie ein nachfolgendes alliiertes Geschwader. Um das Ergebnis zu verifizieren, glich das Modell die Daten mit historischen Aufzeichnungen ab. Die Logbücher der HMS Canterbury bestätigen die Ankunft des britischen Schiffs am 24. November 1918 im Hafen der Krim-Metropole.

    Der Fall zeigt durchaus eine gewisse Flexibilität von GPT-6 Astra beim Lösen von Problemen. Vor allem erstaunt jedoch die Tatsache, dass die Nachricht von Experten bisher nicht entschlüsselt werden konnte, obwohl die Lösung im Nachhinein so naheliegend erscheint. Dennoch brauchte es ein KI-Modell, um das Rätsel nach beinahe 108 Jahren zu lösen.

    Was meint ihr zu diesem gelösten Rätsel? Seid ihr beeindruckt von der KI oder eher überrascht vom menschlichen Scheitern? Teilt eure Gedanken und Meinungen gerne mit uns in den Kommentaren!



    Zusammenfassung
    • GPT-6 Astra dechiffriert einen Funkspruch aus dem Ersten Weltkrieg
    • Die historische Botschaft galt fast 108 Jahre lang als unknackbar
    • Die Verschlüsselung basierte auf dem bekannten ADFGVX-Verfahren
    • Eine falsche Annahme hinderte Historiker bisher an der Lösung des Rätsels
    • Der Inhalt meldet das Einlaufen eines Kreuzers nach Sewastopol
    • Alte Logbücher bestätigen die Ankunft des britischen Kriegsschiffs

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