Iran: Erstes 3G-Netz sorgt für gewaltige Unruhe
Der neue iranische Mobilfunkbetreiber Rightel wurde von den Religionsführern des Landes mit einer Fatwa belegt. Insbesondere die Möglichkeit der Videotelefonie über das neu aufgebaute Netzwerk steht in der Kritik.
Bei einer Fatwa handelt es sich um ein Gutachten hinsichtlich der Übereinstimmung des zu untersuchenden Gegenstands mit den Glaubensgrundsätzen. Da es im Islam allerdings keine klerikale Hierarchie wie in den christlichen Kirchen gibt, sind die Urteile in einer Fatwa jeweils nur bindend, solange die dahinterstehende Autorität auch von den Gläubigen anerkannt wird.
Dies dürfte im aktuellen Fall zu einer interessanten Konstellation führen. Rightel hat immerhin das erste 3G-Netz im Iran aufgebaut. Dieses bietet alle Dienste, die auch hierzulande von solchen Infrastrukturen bekannt sind. Den Religionsgelehrten sind diese aber teilweise ein Dorn im Auge - insbesondere die Video-Telefonie.
Ayatollah Alavi Gorghani kam laut einem Bericht von 'Al Monitor' zu dem Schluss, dass dieses Feature eine Gefahr für die Sittlichkeit darstelle. Dem religiösen und politischen System des Landes könnten durch die Verfügbarkeit von Videokonferenzen via Handy umfangreiche Schäden zugefügt werden. Religiöse Hardliner warfen dem Mobilfunkbetreiber vor, dass er die Bevölkerung "mit Opium versorgt und ihr dann rät, dieses weise einzusetzen".
Auch auf politischer Ebene sieht man durchaus die Gefahr, die von der Funktionalität ausgeht. Immerhin bietet diese die Möglichkeit, Videoübertragungen quer durchs Land und unabhängig von den staatlichen Zensur-Strukturen zu realisieren. Eine Reihe von hochrangigen Politikern hat deshalb bereits gefordert, dass der Dienst gestoppt wird.
Unter dessen läuft insbesondere unter der jüngeren Bevölkerung eine Abstimmung mit den Füßen. Zahlreiche Nutzer freuen sich, endlich schnelle Internetverbindungen über ein Mobilfunknetz verwenden zu können. Die SIM-Karten von Rightel gehen in Massen über die Ladentische.
Aber auch die politische Dimension der Verfügbarkeit von Live-Videoübertragungen ist vielen Nutzern bewusst - denn im Iran haben sich angesichts der Zensur längst informelle Wege eines Bürgerjournalismus herausgebildet, der von dem Feature auf eine neue Dimension gehoben werden könnte. Man rechnet allerdings damit, dass spätestens zu den Präsidentschaftswahlen im Sommer die Bemühungen zunehmen werden, das Feature abzuschalten.
Dies dürfte im aktuellen Fall zu einer interessanten Konstellation führen. Rightel hat immerhin das erste 3G-Netz im Iran aufgebaut. Dieses bietet alle Dienste, die auch hierzulande von solchen Infrastrukturen bekannt sind. Den Religionsgelehrten sind diese aber teilweise ein Dorn im Auge - insbesondere die Video-Telefonie.
Ayatollah Alavi Gorghani kam laut einem Bericht von 'Al Monitor' zu dem Schluss, dass dieses Feature eine Gefahr für die Sittlichkeit darstelle. Dem religiösen und politischen System des Landes könnten durch die Verfügbarkeit von Videokonferenzen via Handy umfangreiche Schäden zugefügt werden. Religiöse Hardliner warfen dem Mobilfunkbetreiber vor, dass er die Bevölkerung "mit Opium versorgt und ihr dann rät, dieses weise einzusetzen".
Auch auf politischer Ebene sieht man durchaus die Gefahr, die von der Funktionalität ausgeht. Immerhin bietet diese die Möglichkeit, Videoübertragungen quer durchs Land und unabhängig von den staatlichen Zensur-Strukturen zu realisieren. Eine Reihe von hochrangigen Politikern hat deshalb bereits gefordert, dass der Dienst gestoppt wird.
Unter dessen läuft insbesondere unter der jüngeren Bevölkerung eine Abstimmung mit den Füßen. Zahlreiche Nutzer freuen sich, endlich schnelle Internetverbindungen über ein Mobilfunknetz verwenden zu können. Die SIM-Karten von Rightel gehen in Massen über die Ladentische.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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