Elektro-Ferrari Luce: Verspottet im Westen, in China sofort ausverkauft

Das erste Elektroauto von Ferrari erntete viel Kritik für sein Design und bescherte dem Hersteller sogar einen Kursverlust. Trotzdem waren alle 88 Einheiten des neuen Modells Luce in China beim offiziellen Verkaufsstart augenblicklich vergriffen.
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Erstes Ferrari-Elektroauto ausverkauft

Ende Mai präsentierte Ferrari mit dem Modell Luce die erste rein elektrische Limousine der Firmengeschichte. Nun startete der offizielle Verkauf in China. Obwohl das Fahrzeug im Vorfeld stark kritisiert wurde, waren alle 88 Einheiten umgehend vergriffen. Der Hersteller erzielt damit einen unerwarteten Absatz in einem Markt, der zunehmend von heimischen Marken dominiert wird.

Käufer zahlen für den Luce einen Preis von 3,988 Millionen Yuan (etwa 515.000 Euro). Dafür erhalten Kunden einen Grand Tourer mit einer 122-kWh-Batterie und einer Gesamtleistung von 772 kW. Den Sprint von null auf 100 km/h absolviert der 2260 Kilogramm schwere Fünfsitzer in 2,5 Sekunden. Die maximale Ladeleistung liegt bei 350 kW.

Ferrari Luce: Offiziell vorgestellt [Trailer]

Kritik und personelle Konsequenzen

Das Design des Luce stammt vom ehemaligen Apple-Designer Jony Ive. Im Netz kam das Fahrzeug aber alles andere als gut an, Nutzer und Fachmedien kritisierten die Optik als zu schlicht. Die negative Resonanz führte nach der Präsentation zu einem Kursverlust der Ferrari-Aktie von über sechs Prozent. Infolgedessen strukturierte das Unternehmen das Management um und ersetzte den langjährigen Marketingchef Enrico Galliera durch Massimiliano Di Silvestre.

Wie CarNewsChina meldet, kursierten im Vorfeld unbestätigte Gerüchte über die Verkaufsstrategie in China. Demnach sei der Erwerb des Elektromodells eine Voraussetzung gewesen, um schnelleren Zugang zu exklusiven Verbrennermodellen der Marke zu erhalten. Ferrari wies das jedoch offiziell zurück und betonte, dass der Luce eine völlig neue Zielgruppe ansprechen solle.

Starke Konkurrenz aus China

Auf dem Papier unterliegt der Luce einigen lokalen Elektroautos. Der Yangwang U9 des Herstellers BYD kostet mit rund 260.000 Dollar (etwa 228.000 Euro) nur etwa die Hälfte, bietet aber folgende Spezifikationen:

  • Leistung: 960 kW beim U9 gegenüber 772 kW beim Luce
  • Beschleunigung: 2,36 Sekunden auf 100 km/h im Vergleich zu 2,5 Sekunden
  • Ladeleistung: 500 kW beim chinesischen Modell, 350 kW beim Ferrari

Ein weiterer Rivale, der Hyptec SSR von GAC, startet bei knapp 190.000 Dollar (etwa 167.000 Euro). Die technischen Daten dürften für die 88 Käufer jedoch zweitrangig sein. Bei Modellen aus Maranello stehen weiterhin der Status und die Exklusivität der Marke im Vordergrund.

Glaubt ihr, dass klassische Sportwagenhersteller im Elektro-Zeitalter ihren Status behalten können? Teilt eure Gedanken zu Ferraris Strategie unten in den Kommentaren mit uns.

Zusammenfassung
  • Der erste vollelektrische Ferrari Luce ist in China bereits ausverkauft
  • Trotz scharfer Kritik am Design waren alle 88 Einheiten sofort vergriffen
  • Das Fahrzeug kostet 515.000 Euro und bietet eine Leistung von 772 Kilowatt
  • Wegen negativer Resonanz strukturierte Ferrari sein Management bereits um jetzt
  • Der Luce konkurriert auf dem chinesischen Markt mit deutlich günstigeren Modellen
  • Status und Markenexklusivität sind für die Käufer wichtiger als die Technik

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