Foto-News: Neue Leica SL3-P und spannende Objektive im Anmarsch

Leica erweitert sein SL-System um die neue SL3-P und präsentiert dazu die Objektive Summilux-SL 50 mm F1.4 sowie APO-Macro-Elmarit-SL 100 mm F2.8. Parallel sorgt Metabones mit einem neuen Speed Booster für Aufmerksamkeit, der ältere EF-MFT-Workflows wieder interessanter machen könnte, wie die Kollegen von ValueTech TV berichten.

Metabones bringt einen 0,71-fach-Speed-Booster für die Lumix G9 II und GH7 auf den Markt. Laut Hersteller soll die TruePDAF-Technologie eine Autofokusleistung auf nativer MFT-Niveau ermöglichen. Das ist technisch spannend, kommt jedoch spät, da viele Nutzer inzwischen auf native Objektive oder andere Systeme umgestiegen sind. Positiv fällt die breite Kompatibilität aus, allerdings fehlt mit dem Sigma 18-35 mm F1.8 ein früherer Adapter-Klassiker auf der Liste.

Im Mittelpunkt steht jedoch die Leica SL3-P. Die Vollformatkamera bietet einen 45-Megapixel-Sensor, Serienaufnahmen mit bis zu 40 Bildern pro Sekunde inklusive kontinuierlichem Autofokus sowie 8K-Open-Gate-Video. Damit positioniert sie sich klar im Premiumsegment für Foto- und Videoanwendungen. Leica SL3-P, 50/1.4 & 100/2.8 Macro Technisch erinnert vieles an die Panasonic Lumix S1R II, was angesichts der langjährigen Zusammenarbeit von Leica und Panasonic wenig überrascht. Die SL3-P wirkt daher weniger wie eine vollständig neue Entwicklung, sondern eher wie eine Leica-spezifische Interpretation einer etablierten Plattform. Entscheidend ist, ob Gehäuse, Bedienung und Verarbeitung den deutlichen Preisaufschlag rechtfertigen.

Genau hier setzt Leica an. Das Gehäuse präsentiert sich deutlich reduzierter und unauffälliger als bei Panasonic, sogar ohne den typischen roten Leica-Punkt. Auch die Benutzeroberfläche verfolgt einen eigenen Ansatz. Besonders im Videobereich trennt Leica Auflösung, Bildrate und Codec stärker voneinander, was die Bedienung im Alltag vereinfachen kann.

Zur Ausstattung gehören ein SD- und ein CFexpress-Kartenslot sowie moderne Funkstandards. Offen bleibt, ob die Kühlung gegenüber der Panasonic-Basis verändert wurde. Sollte Leica auf ein zurückhaltenderes Kühlsystem setzen, könnten lange 8K-Aufnahmen stärker eingeschränkt sein.

Die Leica SL3-P kostet 6.000 Euro und liegt damit deutlich über der Lumix S1R II. Leica begründet den Aufpreis vor allem mit Design, Benutzererlebnis, Fertigung in Deutschland und der Einbindung ins Leica-System. Für viele Anwender dürfte das schwer rational zu rechtfertigen sein, für Leica-Kunden kann genau diese Kombination jedoch den Ausschlag geben.

Eigentlich zu teuer

Mit dem Summilux-SL 50 mm F1.4 erscheint zugleich ein neues Standardobjektiv. Es bietet hohe Lichtstärke in kompakterer Bauform als der Vorgänger, kostet allerdings stolze 4.500 Euro. Das APO-Macro-Elmarit-SL 100 mm F2.8 ist mit 2.450 Euro vergleichsweise moderat bepreist und eignet sich gleichermaßen für Makro-, Produkt- und Portraitfotografie.

Die SL3-P richtet sich vor allem an Fotografen und Hybridanwender, die bewusst das Leica-System wählen und Wert auf ein reduziertes Bedienkonzept legen. Wer dagegen primär auf das Verhältnis von Technik zu Preis achtet, dürfte in der Lumix S1R II die wirtschaftlichere Alternative finden.

Unter dem Strich ist die Leica SL3-P eine leistungsstarke Premiumkamera mit 45 Megapixeln, 40 Bildern pro Sekunde und 8K-Video. Ihre größte Herausforderung bleibt jedoch der hohe Preis im Vergleich zu technisch ähnlichen Wettbewerbern. Wer gezielt eine Leica sucht, erhält ein attraktives Gesamtpaket - wer vor allem nach maximaler Leistung pro Euro sucht, wird den Aufpreis kritisch hinterfragen.

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