Bundestagspräsident kritisiert Trolle und Shitstorms
Das Problem der oftmals zu harschen Kritiken, Trollereien und Shitstorms, die online weitgehend anonym getätigt werden und häufig bis zur persönlichen Beleidigung reichen, ist inzwischen sogar in den Fokus des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (CDU) gerückt.
"Wir beobachten im Internet an vielen Stellen eine Art der Auseinandersetzung, die in Aggressivität, Wortwahl und Tonlage die Grenzen überschreitet", sagte dieser gegenüber dem Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' (aktuelle Ausgabe).
Es sei kein Zufall, dass gerade bei aggressiven und beleidigenden Wortbeiträgen auf Anonymität größten Wert gelegt werde. "In den allermeisten Fällen würden sich dieselben Personen zum gleichen Sachverhalt unter Offenlegung ihrer Identität zu bestimmten Aussagen ganz sicher nicht versteigen", so der Bundestagspräsident.
Die gesellschaftspolitisch bedenkliche Entwicklung dessen sei, "dass wir zunehmend zwei Arten von Öffentlichkeit bekommen: eine virtuelle und eine reale, die von denselben Akteuren unterschiedlich bespielt werden", führte Lammert aus. Dies kann letztlich dazu führten, dass Aktive aus der Politik sich eher nicht - wie eigentlich erwünscht - der öffentlichen Auseinandersetzung im Netz stellen, sondern sich wieder auf die althergebrachten Plätze zurückziehen.
Grundsätzlich habe die Etablierung des Internets seiner Ansicht nach Folgen für das Urteilsvermögen einer Gesellschaft, so Lammert. "Wer sich im Wesentlichen über das Internet informiert, fragt Dinge nach, die er selbst spannend und unterhaltsam findet. Wer sich dagegen vor allem auf Printmedien und Rundfunk stützt, nimmt Informationen auf, die andere wichtig finden."
Im Netz wird dieses Phänomen als "Filterbubble" beschrieben. Es drückt sich beispielsweise darin aus, dass Social Media-Kanäle bei einigen Nutzern so gestaltet sind, dass sie im Grunde nur noch ihre eigene Meinung verstärkt bekommen und kontroverse Ansichten gar nicht mehr im Bewusstsein auftauchen.
Es sei kein Zufall, dass gerade bei aggressiven und beleidigenden Wortbeiträgen auf Anonymität größten Wert gelegt werde. "In den allermeisten Fällen würden sich dieselben Personen zum gleichen Sachverhalt unter Offenlegung ihrer Identität zu bestimmten Aussagen ganz sicher nicht versteigen", so der Bundestagspräsident.
Die gesellschaftspolitisch bedenkliche Entwicklung dessen sei, "dass wir zunehmend zwei Arten von Öffentlichkeit bekommen: eine virtuelle und eine reale, die von denselben Akteuren unterschiedlich bespielt werden", führte Lammert aus. Dies kann letztlich dazu führten, dass Aktive aus der Politik sich eher nicht - wie eigentlich erwünscht - der öffentlichen Auseinandersetzung im Netz stellen, sondern sich wieder auf die althergebrachten Plätze zurückziehen.
Grundsätzlich habe die Etablierung des Internets seiner Ansicht nach Folgen für das Urteilsvermögen einer Gesellschaft, so Lammert. "Wer sich im Wesentlichen über das Internet informiert, fragt Dinge nach, die er selbst spannend und unterhaltsam findet. Wer sich dagegen vor allem auf Printmedien und Rundfunk stützt, nimmt Informationen auf, die andere wichtig finden."
Im Netz wird dieses Phänomen als "Filterbubble" beschrieben. Es drückt sich beispielsweise darin aus, dass Social Media-Kanäle bei einigen Nutzern so gestaltet sind, dass sie im Grunde nur noch ihre eigene Meinung verstärkt bekommen und kontroverse Ansichten gar nicht mehr im Bewusstsein auftauchen.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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