Vertreter erschleichen Zugang zu Arzt-Computern
Interne Unterlagen des Schweizer Pharmakonzerns Novartis zeigen, dass sich Pharmavertreter offenbar immer wieder direkten Zugang zu den Computern niedergelassener Ärzte verschaffen. Damit werden nach Auffassung von Datenschützern die Persönlichkeitsrechte der Patienten verletzt.
Bei ihren Praxisbesuchen vermitteln Novartis-Vertreter den Ärzten den Kontakt zu einem "Sachverständigen für ärztliche Abrechnung", berichtet das Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' in seiner heutigen Ausgabe. Der Mediziner könne seine Patientendaten an einen Abrechnungsoptimierer aus Halle schicken, hieß es.
Dieser wertet die Daten gegen ein Honorar von 119 Euro aus und liefert dem Arzt Tipps, wie er beispielsweise Regresse vermeiden und seine Abrechnungen optimieren kann. Der Pharmareferent hilft dem Arzt dabei, die Daten vom Computer auf einen USB-Stick zu ziehen.
Man solle "gemeinsam mit dem Arzt am Server Platz" nehmen, heißt es in einer Anleitung für den Novartis-Mitarbeiter. "Ihnen werden nun alle verfügbaren con-Dateien angezeigt". In diesem elektronischen Format speichern die Ärzte die Informationen, die in der Regel nur an die zuständige Kassenärztlichen Vereinigungen zur Ermittlung der Honorare gelangen sollen.
Weiter heißt es in der Anleitung für den Pharmavertreter: "Kopieren Sie diese Datei in den entsprechenden Ordner auf den USB-Stick." "Per Post" solle der Arzt den Stick schließlich nach Halle an den Sachverständigen schicken.
"Ein solcher Vorgang ist eine strafbare Verletzung ärztlicher Schweigepflicht", kommentierte Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter in Schleswig-Holstein. Sollte ein Arzt tatsächlich zulassen, dass ein Pharmavertreter Patientendaten vom Computer kopiert, wäre dies "absolut unverantwortlich". "Wer soll denn gewährleisten, dass die Informationen nicht weiter in Umlauf geraten?", sagt der Datenschützer.
Novartis legt großen Wert darauf, nicht in Verdacht zu geraten, widerrechtlich an solche Daten zu gelangen. Man habe "hohe ethische Standards, die selbstverständlich auch die gesetzlichen Regelungen zum Datenschutz beinhalten", teilt der Konzern mit. Man habe "alle Mitarbeiter auf deren Einhaltung verpflichtet". Auch der Abrechnungsexperte aus Halle sagt, die "erforderlichen Maßnahmen zum Datenschutz würden stets eingehalten".
Dieser wertet die Daten gegen ein Honorar von 119 Euro aus und liefert dem Arzt Tipps, wie er beispielsweise Regresse vermeiden und seine Abrechnungen optimieren kann. Der Pharmareferent hilft dem Arzt dabei, die Daten vom Computer auf einen USB-Stick zu ziehen.
Man solle "gemeinsam mit dem Arzt am Server Platz" nehmen, heißt es in einer Anleitung für den Novartis-Mitarbeiter. "Ihnen werden nun alle verfügbaren con-Dateien angezeigt". In diesem elektronischen Format speichern die Ärzte die Informationen, die in der Regel nur an die zuständige Kassenärztlichen Vereinigungen zur Ermittlung der Honorare gelangen sollen.
Weiter heißt es in der Anleitung für den Pharmavertreter: "Kopieren Sie diese Datei in den entsprechenden Ordner auf den USB-Stick." "Per Post" solle der Arzt den Stick schließlich nach Halle an den Sachverständigen schicken.
"Ein solcher Vorgang ist eine strafbare Verletzung ärztlicher Schweigepflicht", kommentierte Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter in Schleswig-Holstein. Sollte ein Arzt tatsächlich zulassen, dass ein Pharmavertreter Patientendaten vom Computer kopiert, wäre dies "absolut unverantwortlich". "Wer soll denn gewährleisten, dass die Informationen nicht weiter in Umlauf geraten?", sagt der Datenschützer.
Novartis legt großen Wert darauf, nicht in Verdacht zu geraten, widerrechtlich an solche Daten zu gelangen. Man habe "hohe ethische Standards, die selbstverständlich auch die gesetzlichen Regelungen zum Datenschutz beinhalten", teilt der Konzern mit. Man habe "alle Mitarbeiter auf deren Einhaltung verpflichtet". Auch der Abrechnungsexperte aus Halle sagt, die "erforderlichen Maßnahmen zum Datenschutz würden stets eingehalten".
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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