Google+: 100 Millionen Nutzer, die Hälfte ist 'aktiv'

Vor etwas mehr als einer Woche attestierte das Wall Street Journal (WSJ) dem sozialen Netzwerk von Google, dass es 'faktisch eine Geisterstadt' wäre. Via 'New York Times' (NYT) widersprach ein Sprecher von Google+ dieser Aussage und nannte erstmals Aktivitäts-Zahlen.
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So sagte Vic Gundotra, Vice President for Engineering bei Google, in einem Interview mit der renommierten US-Tageszeitung, dass Google+ alles andere als eine Geisterstadt sei, ganz im Gegenteil: "Wir haben noch nie etwas gesehen, das schneller wächst", so Gundotra.

Weil man sich bewusst sei, dass die öffentliche Wahrnehmung des Netzwerkes nicht optimal ist, habe man sich nun entschlossen (mehr oder weniger) konkrete Zahlen zur Aktivität der Nutzer von Google+ zu veröffentlichen. Rund 50 Millionen Menschen mit einem Konto bei Googles sozialem Netzwerk würden täglich die damit verbundenen Dienste nutzen, sagte Gundotra. Binnen 30 Tagen werde man außerdem insgesamt 100 Millionen Nutzer aufweisen.

Das Problem der von Gundotra genannten Aktivitätsstatistik: Sie beziehen sich auf alle, die bei Google+ (generell) eingeloggt sind. Dabei wird nicht unterschieden, ob der- oder diejenige gerade tatsächlich Zeit auf Google+ verbringt oder auf einen anderen Google-Service (YouTube, Android Market oder die Google-Suche selbst) zugreift.

Der Bericht des WSJ, der Google+ als "Geisterstadt" bezeichnet hatte, berief sich hingegen auf die tatsächliche Zeit, die ein Nutzer im Schnitt auf einer Seite verbringt: Bei Facebook waren es 405 Minuten im Monat, bei Google+ dagegen gerade einmal drei.

Diese Kritik ließ Gundotra gegenüber der NYT nicht gelten und sagte, dass Google+ wie eine "soziale Decke" sei, die das gesamte Google-Erlebnis umschließt. Das sei so etwas wie "Google 2.0", so Gundotra. Wie viel Zeit die Nutzer genau in einem bestimmten Zeitraum bei Google+ verbringen würden, sei aus Sicht des Unternehmens nicht relevant: Als Vergleich nannte der Google-Sprecher, dass man ein auf Mitnahme spezialisiertes Restaurant auch nicht danach beurteile, wie viele Leute sich dort zum Essen hinsetzten.

Auch wenn diese Zahlen von externen Experten kritisch hinterfragt werden, denkt man bei Google nicht im Ansatz daran, die Aktivitäten bei bzw. die Einbindung von Google+ einzustellen. Dazu Gundotra: "Wir haben bei Google die sozialen Motoren gestartet und sind kurz davor, aufs Gas zu steigen."
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