Anonymous will SOPA-Unterstützer Sony angreifen

Das Hackerkollektiv Anonymous plant für kommenden Montag offenbar einen Angriff auf mehrere Seiten von Sony. Der japanische Unterhaltungs- und Technik-Konzern gilt als einer der prominentesten Unterstützer des umstrittenen US-Gesetzesentwurfes SOPA.
Logo, Hacker, Anonymous
Anonymous
Nach Angaben von 'SC Magazine' will Anonymous Sony.com und den Sony Music Store angreifen und auf die Seite BitTorrent-Dateien (also jener Art von Internet-Inhalten, die SOPA im Visier hat) hochladen. Außerdem soll Anonymous vorhaben, auf den Verkaufsplattformen von Sony bei den jeweiligen Musikangeboten die Preise zu entfernen, um auf diese Weise den Content dort "gratis" zu machen.

Die "Payload" genannte Aktion soll nach militärischem Vorbild organisiert werden. Dazu werden erfahrene Hacker zu Elite-Teams (z. B. "Eta", "Theta" und "Zeta") zusammenlegt. Team Eta soll beispielsweise die Aufgabe haben, die Sony-"Preisschilder" zu entfernen, während Theta die Rückendeckung übernimmt, um alle Gegenmaßnahmen von Sony abzuwehren. Anonymous gegen SOPA und SonyDie 'Kommandostruktur' des angekündigten Angriffs auf Sony Die Teams Alpha, Beta, Delta und Gamma haben unter anderem die Aufgabe, den so genannten Payload vor- und aufzubereiten bzw. eine Presseerklärung zu verfassen. Der Payload, also die entstellte ("defaced") Seite, auf die alle Besucher einer Sony-Seite umgeleitet werden, soll vor allem aus Torrents, die Urheberrechte verletzen, bestehen. Außerdem soll es auf der Payload-Seite private Details von Führungskräften des Unternehmens zu sehen geben (das so genannte "Doxing").

Wie 'SC Magazine' berichtet, will Anonymous bei der "Operation Sony" (OpSony) vor allem auch auf die Wirkung in der Öffentlichkeit achten. Man will das Anonymous-Image nicht durch "amateurhafte" Aktionen wie Denial-of-Service-Attacken schädigen und etwa als "Script Kiddies" verunglimpft zu werden.

Wie immer macht es die dezentrale Organisation von Anonymous schwer, zu überprüfen, ob die Informationen 'SC Magazine' tatsächlich stimmen. Aufgrund des beschriebenen Detailgrades der Protestaktion ist das aber durchaus möglich.
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