Microsoft UK: Schlammschlacht nach wilder Party
Die Entlassung des stellvertretenden Geschäftsführers der britischen Landesniederlassung von Microsoft, Simon Negus, droht vor Gericht in einer Schlammschlacht zu enden. In dem Fall geht es um Vorwürfe der sexuellen Belästigung und eine ausschweifende Party.
Negus wurde im vergangenen Jahr entlassen. Dem verheirateten Mann wird vorgeworfen, auf einer Veranstaltung in Atlanta eine Kollegin gegen ihren Willen geküsst und darüber in einer internen Untersuchung gelogen zu haben. Während ersteres wohl zu klären gewesen wäre, wurde die Lüge dahingehend eingeordnet, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Negus und dem Unternehmen zerstört ist, berichtete die Tageszeitung 'The Telegraph'.
Nun landet der Fall vor Gericht. Beide Seiten streiten sich um die Verhältnismäßigkeit der Entlassung. Microsoft UK fordert von Negus rund 85.000 Euro zurück. Dabei handelt es sich um einen anteiligen Betrag einer Willkommens-Prämie in Höhe von etwa 256.000 Euro, die der Manager erhielt, als er 2008 von Dell zu Microsoft wechselte und sich dabei verpflichtete, für drei Jahre eine schlechter bezahlte Position einzunehmen.
Negus hingegen weist die Vorwürfe zurück und verlangt seinerseits eine Entschädigung für die Entlassung. Immerhin hatte man ihn zu Microsoft geholt, damit er später als Nachfolger für Microsoft UK-Chef Gordon Frazer zur Verfügung steht - ein Posten mit guten Konditionen. In der Klageschrift geht Negus davon aus, dass er problemlos 15 Jahre an dieser Stelle hätte arbeiten können. Wegen der durch fälschliche Anschuldigen entstandenen Ausfälle an Einnahmen und willkürlicher Behandlung verlangt er nun Schadensersatz in Höhe von 10 Millionen Dollar.
Tatsächlich konnten die Verantwortlichen bei Microsoft wohl noch keinen haltbaren Beleg für den Kuss-Vorwurf vorlegen. Eine andere Microsoft-Mitarbeiterin, die unter anderem auf der Veranstaltung in Atlanta weilte, weil die zuvor zur "Miss Redmond" gekürt worden war, bezeugte lediglich, dass Negus sie aufgefordert habe, "mit den Wimpern zu klimpern". Für weitergehende Berichte, nach denen der Manager von ihr verlangte, sich auf einen Stuhl zu stellen, damit alle ihren kurzen Rock bewundern können, gibt es keine handfesten Belege.
Die unklaren Aussagen darüber, was an dem Abend tatsächlich geschah, erklären sich, wenn man sich ansieht, wie die gesamten Umstände des Abends in der Klageschrift von Negus geschildert werden. Demnach standen große Mengen an Jägermeister zur Verfügung. Weiterhin habe es Eis-Fontänen gegeben, aus denen Wodka sprudelte. "Alkohol stand in unbegrenzten Mengen gratis zur Verfügung", hieß es. Im Zuge der so entstehenden ausschweifenden Party soll ein anderer leitender Angestellter einer Microsoft-Mitarbeiterin stark alkoholisiert auf die Toilette gefolgt sein. Ein weiterer Manager sei ebenfalls so betrunken gewesen, dass er sich an nichts mehr erinnere.
Aufgrund dieser Umstände geht Negus davon aus, dass die Vorfälle in Atlanta lediglich ein Vorwand waren, um ihn loszuwerden. Das soll unter anderem auch die Tatsache belegen, dass Frazer sich bereits vor der internen Untersuchung mit dem Plan, ihn loszuwerden, an Jean-Philippe Courtois, den Chef von Microsoft International, wandte. Das Gericht wird nun entscheiden müssen, welcher Seite tatsächlich welche Summe zusteht. Zusammenfinden werden die Parteien wohl kaum noch. Negus hat auch schon einen neuen Job gefunden und leitet nun das Tagesgeschäft beim Mobile Advertising-Dienstleister Upstream Systems.
Negus wurde im vergangenen Jahr entlassen. Dem verheirateten Mann wird vorgeworfen, auf einer Veranstaltung in Atlanta eine Kollegin gegen ihren Willen geküsst und darüber in einer internen Untersuchung gelogen zu haben. Während ersteres wohl zu klären gewesen wäre, wurde die Lüge dahingehend eingeordnet, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Negus und dem Unternehmen zerstört ist, berichtete die Tageszeitung 'The Telegraph'.
Nun landet der Fall vor Gericht. Beide Seiten streiten sich um die Verhältnismäßigkeit der Entlassung. Microsoft UK fordert von Negus rund 85.000 Euro zurück. Dabei handelt es sich um einen anteiligen Betrag einer Willkommens-Prämie in Höhe von etwa 256.000 Euro, die der Manager erhielt, als er 2008 von Dell zu Microsoft wechselte und sich dabei verpflichtete, für drei Jahre eine schlechter bezahlte Position einzunehmen.
Negus hingegen weist die Vorwürfe zurück und verlangt seinerseits eine Entschädigung für die Entlassung. Immerhin hatte man ihn zu Microsoft geholt, damit er später als Nachfolger für Microsoft UK-Chef Gordon Frazer zur Verfügung steht - ein Posten mit guten Konditionen. In der Klageschrift geht Negus davon aus, dass er problemlos 15 Jahre an dieser Stelle hätte arbeiten können. Wegen der durch fälschliche Anschuldigen entstandenen Ausfälle an Einnahmen und willkürlicher Behandlung verlangt er nun Schadensersatz in Höhe von 10 Millionen Dollar.
Tatsächlich konnten die Verantwortlichen bei Microsoft wohl noch keinen haltbaren Beleg für den Kuss-Vorwurf vorlegen. Eine andere Microsoft-Mitarbeiterin, die unter anderem auf der Veranstaltung in Atlanta weilte, weil die zuvor zur "Miss Redmond" gekürt worden war, bezeugte lediglich, dass Negus sie aufgefordert habe, "mit den Wimpern zu klimpern". Für weitergehende Berichte, nach denen der Manager von ihr verlangte, sich auf einen Stuhl zu stellen, damit alle ihren kurzen Rock bewundern können, gibt es keine handfesten Belege.
Die unklaren Aussagen darüber, was an dem Abend tatsächlich geschah, erklären sich, wenn man sich ansieht, wie die gesamten Umstände des Abends in der Klageschrift von Negus geschildert werden. Demnach standen große Mengen an Jägermeister zur Verfügung. Weiterhin habe es Eis-Fontänen gegeben, aus denen Wodka sprudelte. "Alkohol stand in unbegrenzten Mengen gratis zur Verfügung", hieß es. Im Zuge der so entstehenden ausschweifenden Party soll ein anderer leitender Angestellter einer Microsoft-Mitarbeiterin stark alkoholisiert auf die Toilette gefolgt sein. Ein weiterer Manager sei ebenfalls so betrunken gewesen, dass er sich an nichts mehr erinnere.
Aufgrund dieser Umstände geht Negus davon aus, dass die Vorfälle in Atlanta lediglich ein Vorwand waren, um ihn loszuwerden. Das soll unter anderem auch die Tatsache belegen, dass Frazer sich bereits vor der internen Untersuchung mit dem Plan, ihn loszuwerden, an Jean-Philippe Courtois, den Chef von Microsoft International, wandte. Das Gericht wird nun entscheiden müssen, welcher Seite tatsächlich welche Summe zusteht. Zusammenfinden werden die Parteien wohl kaum noch. Negus hat auch schon einen neuen Job gefunden und leitet nun das Tagesgeschäft beim Mobile Advertising-Dienstleister Upstream Systems.
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Christian Kahle
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