Moskau bringt Assange für Nobelpreis ins Gespräch

Recht, Politik & EU Die russische Regierung lässt es sich nicht nehmen, die Veröffentlichung der Depeschen aus US-Botschaften zu nutzen, um gegen die Regierung der USA zu sticheln. Julian Assange, Sprecher der Internet-Plattform Wikileaks, wird von Moskau aus für eine Nominierung für den Nobelpreis ins Gespräch gebracht. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur 'RIA Novosti' unter Berufung auf eine Quelle im Kreml, dem Sitz der Regierung Russlands.

"Nicht-staatliche und staatliche Organisationen sollten Wege suchen, ihm zu helfen. Vielleicht könnte er für den Nobelpreis vorgeschlagen werden", hieß es. Dies könnte nach Ansicht der Russen den Druck auf Wikileaks reduzieren, der derzeit seitens der USA ausgeübt wird.

Insgesamt scheint man die Enthüllungen von Wikileaks in Russland eher sportlich zu nehmen. Der russische Präsident Dmitri Medwedew hatte bereits am vergangenen Freitag erklärt, dass die Einschätzungen der eigenen Diplomaten und Geheimdienstmitarbeiter über die USA ebenfalls nicht gerade harmlos seien. Die Amerikaner hätten beim Lesen "jede Menge Spaß" gehabt, so Medwedew.

Auch die australische Regierung hat bezüglich der Veröffentlichung inzwischen klar Position bezogen. "Herr Assange ist nicht verantwortlich für die unautorisierte Veröffentlichung von 250.000 Dokumenten aus dem Kommunikationsnetz der US-Diplomatie", sagte Außenminister Kevin Rudd. Die Verantwortung für die Sicherheit der Informationen trügen allein die USA.

Hintergrund: Wikileaks: Hintergründe, Enthüllungen & Konflikte
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