Pornostudios gehen mühsam gegen Filesharer vor
Das geht aus einem Bericht des Magazins 'TorrentFreak' hervor. Eine Gruppe von rund 50 Studios aus den USA und Japan haben demnach bereits vor zwei Monaten eine Liste von etwa 10.000 mutmaßlichen Uploadern an die Polizei in Südkorea überreicht und die Strafverfolgung gefordert.
Allerdings folgte nicht, wie offenbar geplant, eine Welle von Anklagen. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, wurden zwar Ermittlungen aufgenommen, aber letztlich nur zehn Anzeigen wegen Urheberrechtsverletzungen bei der Staatsanwaltschaft eingereicht.
Dies reichte den Studios natürlich nicht aus und man will nachlegen. "Wir haben jetzt eine Liste mit weiteren 65.000 Usern zusammengestellt", erklärte Kim Han-Seo, ein Anwalt, der die Produzenten in Südkorea vertritt. "Nun werden wir abwarten, ob die Strafverfolgungsbehörden Verfahren gegen sie einleiten."
Der Grund für die zögerliche Verfolgung der Urheberrechtsverletzungen dürfte nicht in einem generellen Desinteresse der Behörden liegen. Immerhin nahm man kürzlich sehr schnell Ermittlungen auf, nachdem ein neuer Film aus südkoreanischer Produktion im Internet bereitgestellt wurde.
Es lässt sich also vermuten, dass die Behörden entweder ein geringes Engagement an den Tag legen, weil es sich um Pornoproduzenten handelt, oder aber, weil sich ausländische Unternehmen geschädigt fühlen. Die Studios wollen sich - falls auch die zweite Liste nur zu sehr wenigen Verfahren führt - bei der US-Regierung beklagen und fordern, Druck auf Südkorea auszuüben.
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Christian Kahle
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