Leistungs-Boost kommt: Windows 11 erhält Unterstützung für Intel APX

Mehr Tempo für 64-Bit-Apps: Microsoft baut Intels neue Befehlssatzerweiterung APX in Windows 11 ein. In der jüngsten Insider-Vorschau lässt sich der Leistungs-Booster bereits per Schalter aktivieren - das soll PCs spürbar effizienter machen.
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  • In einer Vorschauversion von Windows 11 lässt sich nun Intels APX aktivieren
  • Die Befehlssatzerweiterung soll die 64-Bit-Architektur spürbar beschleunigen
  • Entwickler können passende Software bereits mit dem Compiler GCC 15 anpassen
  • Durch APX wird die Anzahl der Allzweckregister von 16 auf 32 verdoppelt
  • Simulationen zeigen eine Verringerung der Lade- und Schreibvorgänge im Code
  • Microsoft testet das neue Feature für das spätere Update Windows 11 27H2

Unterstützung für Intels Befehlssatzerweiterung APX

Wie der bekannte Windows-Insider Xeno auf der Plattform X dokumentiert hat, ist die Funktion in der aktuellen Vorschauversion mit der Build-Nummer 29695 aufgetaucht.

Dort können Entwickler die Technik über einen einfachen Schalter aktivieren, der mit dem Hinweis versehen ist, dass Windows APX für eine bessere Leistung nutzen darf. Nach dem Umlegen des Schalters verlangt das System einen Neustart, um die Änderung zu übernehmen.

Intel hatte die Advanced Performance Extensions (APX) erstmals im Juli 2023 vorgestellt, um die bestehende 64-Bit-Architektur grundlegend zu beschleunigen. Erst im August 2026 veröffentlichte der Chiphersteller die neunte Version der Architekturspezifikation, nachdem der vollständige Funktionsumfang bereits im Compiler GCC 15 freigeschaltet worden war.

Damit können Programmierer ihre Software schon jetzt für entsprechende Prozessoren anpassen, während Microsoft nun das passende Gegenstück im Betriebssystem liefert.

Was die neue Befehlssatzerweiterung leistet

Die wichtigste Neuerung von APX ist die Verdopplung der sogenannten Allzweckregister (GPRs) von 16 auf 32. Dadurch kann der Prozessor deutlich mehr Daten direkt in seinen schnellen Registern vorhalten, statt immer wieder zeitaufwendig auf den Arbeitsspeicher zuzugreifen.

Laut Intels eigenen Simulationen mit der Benchmark-Suite SPEC CPU 2017 Integer - dem etablierten Standard zur Messung der Prozessorleistung pro Taktzyklus - benötigt für APX übersetzter Programmcode rund zehn Prozent weniger Ladevorgänge und über 20 Prozent weniger Schreibvorgänge. Insgesamt sinkt die Zahl der auszuführenden Befehle um etwa zehn Prozent.


Zusätzlich führt APX neue Drei-Operanden-Befehle mit einem separaten Zielregister (NDD) ein, was unnötige Datenverschiebungen zwischen den Registern erspart. Neue bedingte Lade-, Speicher- und Vergleichsbefehle helfen Compilern dabei, Programmverzweigungen zu reduzieren, während die Funktion No Flags (NF) überflüssige Aktualisierungen von Status-Flags verhindert.

Beide Maßnahmen verringern Leistungseinbußen durch falsche Sprungvorhersagen des Prozessors. Abgerundet wird das Paket durch die Befehle PUSH2 und POP2 zum schnelleren Sichern und Wiederherstellen von Registern sowie einen neuen direkten 64-Bit-Sprungbefehl.

Ausblick auf das kommende Funktionsupdate

Bis die Technik bei allen Nutzern ankommt, wird es noch etwas dauern. Microsoft erprobt die APX-Unterstützung derzeit auf der neuen Rubidium-Codebasis, die voraussichtlich das Fundament für das künftige Funktionsupdate Windows 11 27H2 bildet. Nachdem bereits die aktuelle Version Windows 11 26H2 spürbare Geschwindigkeitsvorteile gebracht hat, setzt Microsoft den Fokus auf mehr Systemleistung damit auch in der nächsten großen Windows-Generation fort.

Was meint ihr: Helfen solche Geschwindigkeits-Updates unter Windows 11 im Alltag bereits, oder bremst das System an anderer Stelle noch zu stark aus - schreibt uns eure Erfahrungen in die Kommentare.

Siehe auch:
Nadine Dressler

Redakteurin für Windows & Netzwerke

Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.

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