IPv4-Apps in IPv6-Netzen:
Microsoft startet CLAT in Windows 11

Auch wenn Firmen ihre Netze auf reines IPv6 umstellen, hält Windows 11 nun alte IPv4-Anwendungen gezielt am Leben. Eine neue Netzwerkfunktion übersetzt den ausgehenden Datenverkehr in solchen Fällen direkt am Client in IPv6.
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  • Windows 11 erhält eine neue Netzwerkfunktion für reine IPv6-Netzwerke
  • Die Neuerung ermöglicht älteren IPv4-Programmen den weiteren Betrieb
  • Statt nur Mobilfunk werden nun auch WLAN und Ethernet unterstützt
  • Die Übersetzung von IPv4 auf IPv6 basiert auf der 464XLAT-Architektur
  • Für alle Nutzer soll die Bereitstellung im November 2026 erfolgen
  • Eingehende IPv4-Verbindungen sowie das WSL werden nicht unterstützt

Neue Übersetzung für Netzwerke

Microsoft hat angekündigt, dass Windows 11 um eine Netzwerkfunktion erweitert wird, die IT-Abteilungen die Arbeit erleichtern könnte. Mit dem nun allgemein verfügbaren Customer-side Translator, kurz CLAT, lassen sich ältere IPv4-Anwendungen weiter nutzen, auch wenn das Firmennetz auf IPv6 umgestellt ist. Die Funktion steht für Windows 11 in der Version 25H2 ab Build 26200.9550 bereit.

Wir freuen uns, bekannt geben zu können, dass Windows CLAT (Customer-side Translator) ab Build 26200.9550 auf Windows 11 Client 25H2 allgemein verfügbar ist.
Microsoft TechCommunity


CLAT ist die Komponente der 464XLAT-Architektur, die auf dem Rechner selbst läuft. Windows übersetzt den ausgehenden IPv4-Datenverkehr zustandslos in IPv6 und schickt die Pakete über das Netz zu einem Übersetzer beim Anbieter, dem PLAT. Dieser wandelt sie per NAT64 wieder in IPv4 um. Laut Microsoft sparen sich Unternehmen so den parallelen Betrieb beider Protokolle. Das kann den Bedarf an IPv4-Adressen senken und die Angriffsfläche verkleinern.

Erweiterung auf WLAN und Ethernet

Wie Microsoft in der TechCommunity mitteilt, soll die Neuerung Unternehmen den schrittweisen Umstieg auf reine IPv6-Netze erleichtern. Bislang gab es CLAT in Windows 11 nur für Mobilfunkverbindungen, etwa über eingebaute LTE-Modems. Nun funktioniert es auch über WLAN und Ethernet. Reine IPv6-Netze erkennt das System dabei automatisch.

Die Verteilung hat bereits begonnen. Seit dem 16. Oktober 2026 ist die Funktion im Vorab-Update KB5127936 für Tester im Release-Preview-Kanal enthalten. Für alle Nutzer soll sie voraussichtlich mit dem November-Update kommen. Administratoren können sie per Gruppenrichtlinie oder über die Kommandozeile systemweit einschalten.

Technische Grenzen beachten

Derzeit gelten noch Einschränkungen. Der PC muss seine IPv6-Adresse per SLAAC beziehen, weil DHCPv6-Prefix-Delegation nicht unterstützt wird. Auch das Windows-Subsystem für Linux (WSL) bleibt vorerst außen vor. Außerdem greift der Übersetzer nur, wenn das Netz keine native IPv4-Verbindung bietet und eine NAT64-Gegenstelle vorhanden ist.

Der Mechanismus funktioniert zudem nur für ausgehende Verbindungen. Eingehende IPv4-Anfragen und direkte Peer-to-Peer-Verbindungen sind nicht möglich.

Nutzt ihr in euren Netzwerken bereits primär IPv6 oder ist IPv4 noch unverzichtbar? Teilt eure Erfahrungen gerne mit uns in den Kommentaren!

Siehe auch:
Nadine Dressler

Redakteurin für Windows & Netzwerke

Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.

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