PC-Flaute und Produktionsprobleme:
Intel schockt mit Prognose

Intel hat mit einem enttäuschenden Ausblick auf das laufende Quartal einen massiven Kursrutsch ausgelöst. Die Aktie des US-Chipherstellers verlor im nachbörslichen Handel zeitweise mehr als 20 Prozent.
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  • Intel steigerte den Quartalsumsatz um 21 Prozent auf 16,51 Milliarden Dollar
  • Der bereinigte Gewinn je Aktie übertraf mit 52 Cent die Markterwartungen
  • Die schwache Prognose für das vierte Quartal enttäuschte viele Analysten
  • Erlöse im Bereich Rechenzentren und KI kletterten um starke 78 Prozent
  • Die PC-Sparte verzeichnete wegen teurer Rechner einen Umsatzrückgang
  • Eine Explosion in einem Werk in Israel kostet etwa 600 Millionen Dollar
  • Größere externe Kunden für die eigene Auftragsfertigung fehlen bisher

Zuletzt gute Ergebnisse

Zwar konnte das Unternehmen im dritten Quartal seinen Umsatz deutlich steigern und die Gewinnerwartungen übertreffen, doch die Prognose für die kommenden Monate fiel erheblich schwächer aus als von Analysten erwartet. Als Gründe nannte Intel unter anderem die anhaltende Schwäche des PC-Marktes und Produktionsprobleme.

Im abgelaufenen Jahresviertel erzielte Intel nach vorläufigen Angaben einen Umsatz von 16,51 Milliarden Dollar (etwa 14 Milliarden Euro). Das entspricht einem Plus von 21 Prozent gegenüber den 13,7 Milliarden Dollar (etwa 12 Milliarden Euro) aus dem Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 52 Cent (etwa 45 Eurocent) und damit ebenfalls über den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 40 Cent (etwa 35 Eurocent) gerechnet hatten.




Allerdings entwickelte sich das Geschäft mit PC-Prozessoren deutlich schlechter. Die Sparte Client Computing and Physical AI setzte 8,1 Milliarden Dollar (etwa 7 Milliarden Euro) um, fünf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Hier ist auch so schnell keine Besserung zu erwarten, da neue Rechner aufgrund der Speicherkrise ziemlich teuer geworden sind. Nach Angaben von Counterpoint Research gingen die weltweiten PC-Auslieferungen im zweiten Quartal um vier Prozent zurück.

Dagegen legten die Erlöse im Bereich Rechenzentren und künstliche Intelligenz um 78 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar (etwa 6 Milliarden Euro) zu. Für das laufende vierte Quartal rechnet Intel mit einem bereinigten Gewinn von lediglich 25 Cent (etwa 22 Eurocent) je Aktie. Der Umsatz soll zwischen 15 Milliarden Dollar (etwa 13 Milliarden Euro) und 16 Milliarden Dollar (etwa 14 Milliarden Euro) liegen. Analysten hatten dagegen 17,1 Milliarden Dollar (etwa 15 Milliarden Euro) Umsatz und einen Gewinn von 43 Cent (etwa 37 Eurocent) je Aktie erwartet. Finanzchef David Zinsner geht davon aus, dass sich die Schwäche des PC-Marktes mindestens bis zur ersten Hälfte des kommenden Jahres fortsetzt.

Werks-Explosion kostet viel Geld

Zusätzlich belasten Produktionsprobleme die Geschäftsentwicklung. Nach einer Explosion in einem Intel-Werk in Israel Anfang des Monats musste die Fertigung dort länger unterbrochen werden. Bei dem Unglück kamen zwei Mitarbeiter ums Leben, ein weiterer wurde schwer verletzt. Die Einschränkungen betreffen insbesondere die Auslieferung von 10-Nanometer-Chips. Intel beziffert den dadurch entstehenden Umsatzausfall über zwei Quartale auf rund 600 Millionen Dollar (etwa 520 Millionen Euro).

Auch beim Aufbau des eigenen Auftragsfertigungsgeschäfts (Foundry) bleibt die Lage schwierig. Zwar produziert Intel inzwischen seine 18A-Chips in hohen Stückzahlen in Arizona, größere externe Kunden gibt es dafür bislang aber nicht. Unternehmenschef Lip-Bu Tan stellte allerdings Ankündigungen erster neuer Kunden innerhalb der kommenden zwei Quartale in Aussicht.


Der Kursrückgang trifft Intel nach einer zuvor starken Entwicklung. Bis zum Beginn der Berichtssaison hatte die Aktie im laufenden Jahr rund 150 Prozent zugelegt. Die jüngste Entwicklung zeigt jedoch, dass Anleger trotz des KI-Booms weiterhin erhebliche Zweifel an der kurzfristigen Geschäftsentwicklung des Konzerns haben.

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Christian Kahle

Redakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt

Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.

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