Wichtiges Umspannwerk in Brandenburg mit Sprengstoff beschossen

Ein Umspannwerk in der Nähe des Braunkohlekraftwerkes Jänschwalde in Brandenburg ist mit Sprengvorrichtungen beschossen worden. Diese lösten glücklicherweise nicht aus, so dass Stromausfälle in unbekanntem Ausmaß nicht stattfanden.

    Glück im Unglück

    Laut eines Berichts der Märkischen Allgemeinen Zeitung sei das Umspannwerk mit mehreren Raketen beschossen worden, mit denen Sprengstoff auf die Anlage transportiert worden sei. Diese zündeten jedoch nicht, so dass Spezialisten der Polizei sie unschädlich machen konnten, ohne dass das Umspannwerk in Mitleidenschaft gezogen wurde. Seitens des Landeskriminalamts wollte man nicht von Raketen sprechen, sondern von "unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen".

    Der Netzbetreiber 50Hertz, der die Anlage betreibt, sprach davon, dass es letztlich nur zu kleineren Sachbeschädigungen an Leitungen gekommen sei. Nach einer kurzen Unterbrechung, die keine größeren Teile des Stromnetzes betraf, sei inzwischen alles repariert und der Betrieb laufe auf normalem Niveau. Seitens des Unternehmens wurde die Bevölkerung gebeten, aufmerksam zu sein und verdächtige Personen und Vorkommnisse im Umfeld der Stromnetz-Infrastruktur an die Polizei zu melden.


    Bei der LEAG, die das Kraftwerk Jänschwalde betreibt, zeigte man sich angesichts des Anschlags besorgt. Zumal es dort etwa zeitgleich eine Störung am Block B gab. Ob es sich hier um einen Zufall handelt oder beide Ereignisse miteinander in Zusammenhang stehen, wird aktuell noch geprüft. Der Kraftwerksblock wurde vorübergehend heruntergefahren.

    Hintergrund noch unklar

    Das Umspannwerk Turnow/Preilack im Landkreis Spree-Neiße gehört zur kritischen Verteil-Infrastruktur des Kraftwerkes. Hier wird ein großer Teil des erzeugten Stroms in die regionalen und überregionalen Verteilnetze eingespeist. Größere Schäden hätten hier entsprechend zu großflächigen Stromausfällen führen können.

    Wer hinter dem Angriff steckt, ist noch völlig unklar und Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Möglich ist eine Verbindung zu jenen Tätern, die zu Jahresbeginn per Sabotage einen großen Stromausfall in Berlin herbeiführten. Verdächtigt wurde hier eine nicht näher bekannte linksextremistische Gruppe. Aber auch die hybride Kriegsführung Russlands könnte den Hintergrund beider Vorfälle bilden.

    Zusammenfassung
    • Auf das Umspannwerk bei Jänschwalde wurde ein Raketenangriff verübt
    • Glücklicherweise zündeten die Sprengkörper nicht und wurden entschärft
    • Netzbetreiber 50Hertz meldete lediglich kleinere Schäden an Leitungen
    • Ein Block des nahen Kraftwerks wurde wegen einer Störung abgeschaltet
    • Die Anlage gilt als kritische Infrastruktur für die Stromversorgung
    • Hintergründe und Täter des Angriffs sind Gegenstand der Ermittlungen

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