Google verarbeitet Ortsdaten illegal:
Irland mit 400-Mio.-Euro-Strafe

Die irische Datenschutzkommission hat eine Geldstrafe in Höhe von über 400 Millionen Euro gegen Google verhängt. Ortungsdaten verschiedener Art sollen auf illegale Art und Weise verarbeitet worden sein, wodurch Google gegen EU-Recht verstoßen hat.
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    403 Millionen Euro Strafe

    Google muss in Irland eine Geldstrafe von 403 Millionen Euro zahlen. Hintergrund waren Beschwerden verschiedener Verbraucherschutzorganisationen, die bei der irischen Data Protection Commission (DPC) eingegangen waren. Die Regulierungsbehörde sah es als erwiesen an, dass Google gegen Vorgaben bezüglich der Verarbeitung von Ortsdaten bei Web- und App-Aktivitäten und der Standorthistorie verstoßen hat.

    "Aufgrund der Versäumnisse von Google in dieser Hinsicht könnten Einzelpersonen nicht gewusst haben, dass ihr Standort beispielsweise dazu genutzt wurde, sie durch Werbung zu beeinflussen oder Rückschlüsse auf ihre Interessen zu ziehen, und könnten die Kontrolle über ihre personenbezogenen Daten verloren haben", sagte Graham Doyle, stellvertretender Beauftragter der Aufsichtsbehörde, laut dem US-Wirtschaftsdienst Bloomberg.


    Google sieht Fall schon jetzt als erledigt an

    Google bekam von der irischen DPC eine Frist von sechs Monaten auferlegt, innerhalb derer das Unternehmen die Verarbeitung von Positionsdaten so anpassen muss, dass sie die Vorgaben für den Schutz der Privatsphäre erfüllen. In einer Stellungnahme deutete Google allerdings an, dass die nötigen Änderungen seit Beginn des Vorgehens der irischen Datenschutzbehörde ohnehin schon umgesetzt wurden.

    Nach Aussage von Google dreht sich das Verfahren um "veraltete Richtlinien", die inzwischen auf den neuesten Stand gebracht wurden. Seit 2019 habe Google sein Vorgehen "erheblich weiterentwickelt" und "verlässliche Werkzeuge" geschaffen, die den Umgang mit Ortsdaten für die Konsumenten deutlich einfacher machen.

    Es ist nicht das erste Mal, dass die irische DPC gegen einen der großen amerikanischen Technologiekonzerne vorgeht, weil diese gegen die in der EU geltenden Gesetze für den Schutz der Privatsphäre von Internetnutzern verstoßen. Bereits 2023 wurde der Facebook-Mutterkonzern Meta zur Zahlung von 1,2 Milliarden Euro verurteilt, weil das Unternehmen personenbezogene Daten von Nutzern aus der EU auf illegale Weise auf amerikanische Server übertrug.

    Zusammenfassung
    • Google muss in Irland eine Geldstrafe von 403 Millionen Euro zahlen
    • Die irische Datenschutzbehörde rügt Verstöße beim Umgang mit Ortsdaten
    • Nutzer wurden unzureichend über die Nutzung von Standorten informiert
    • Google erhielt eine Frist von sechs Monaten für passende Nachbesserungen
    • Der Konzern hält die Vorwürfe für veraltet und sieht alles als erledigt
    • Neue Werkzeuge sollen die Datenkontrolle der Nutzer längst erleichtern

    Siehe auch:


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